Statt mit dem Auto im Stau zu stehen, den Fahrtwind auf einer Velokomfortroute spüren: Wie solche Visionen zur Realität werden können, zeigt Dominik Hagemann, Absolvent des Studiengangs Landschaftsentwicklung an der Hochschule Osnabrück, in seiner Bachelorarbeit. Hierfür wurde er nun mit dem ersten Platz beim ALR-Hochschulpreis ausgezeichnet.
Die Arbeit, die Wege für eine nachhaltige Mobilitätswende aufzeigt, verbindet gestalterisches Können mit ökologischem Bewusstsein und innovativen Lösungen. Jährlich vergibt die Niedersächsische Akademie Ländlicher Raum (ALR) diesen Preis im Rahmen einer Preisverleihung. „Mich freut diese Auszeichnung, weil es zeigt, dass Landschaftsarchitekt:innen wichtig sind, um viele gesellschaftliche Herausforderungen – wie die Mobilitätswende – mitzugestalten. Nachhaltige und einladende Lebensräume sind ein gutes Beispiel dafür“, erklärt Hagemann.
Rahmenbedingungen schaffen, um Alternativen zum Auto aufzuzeigen
Im Fokus der Arbeit steht eine nachhaltige Transformation des Verkehrssystems rund um den Hochschulcampus Lingen. „Das derzeitige Mobilitätskonzept ist dort bislang auf das Verkehrsmittel Auto und auf den Faktor Zeitersparnis ausgerichtet. Für eine erfolgreiche Mobilitätswende braucht es jedoch Wege für aktive Mobilität und einladende ÖPNV-Lösungen in Stadt und Land“, erklärt Hagemann.
In seiner Bachelorarbeit hat er ein landschaftsbezogenes Pendlernetz entworfen, das den Übergang von der autozentrierten Mobilität hin zu aktiver Fortbewegung und attraktiven ÖPNV-Lösungen unterstützt. Sein Konzept schlägt beispielsweise die Entwicklung sogenannter Velokomfortrouten vor – Radschnellwege, die harmonisch in die umgebende Landschaft eingebettet sind und aktive Gesundheitsvorsorge sowie Wohlbefinden fördern.
Hagemann demonstriert zudem, wie eine ästhetische Infrastruktur zu Symbolen des Wandels werden kann. Hierbei verweist er auf die Fahrradbrücke „Cykelslangen“ in Kopenhagen, die ausschließlich für den Radverkehr genutzt werden kann, die aber durch die spektakuläre Architektur große Aufmerksamkeit erzeugt.
Darüber hinaus entwirft Hagemann in seiner Arbeit ein Szenario, bei dem Bahnstrecken zu grünen Korridoren werden. Die Arbeit zeigt auf, wie die Fahrt mit dem Zug von einem Labyrinth aus Lärmschutzwänden und abgewendeten Hinterhöfen zu einer Fahrt durch einen Stadtpark entlang der Gleise werden kann. Statt im Stau im Auto oder in überfüllten Bahnhofshallen, könnten Nutzer:innen alltägliche Aufgaben am Umsteigepunkt erledigen oder einfach durch die grüne Umgebung schlendern. Gewonnen werden kann die Pendelzeit als aktiv nutzbare Lebenszeit.
Nach seinem erfolgreichen Bachelorabschluss „Landschaftsentwicklung“ studiert Dominik Hagemann nun den Masterstudiengang „Landschaftsarchitektur“ an der Hochschule Osnabrück. Zudem ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Henrik Schultz.