Der Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum Bau moderner Mini-Atomkraftwerke im Freistaat stößt bei Grünen und SPD auf deutliche Kritik. Vertreterinnen beider Parteien sehen in der Atomenergie eine teure und riskante Technologie, die weder kurzfristig einsetzbar noch rechtlich zulässig sei. Stattdessen verweisen sie auf Erneuerbare Energien als aus ihrer Sicht bereits verfügbare und kostengünstigere Alternative.
Grüne sehen neue Risiken statt Lösungen
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Julia Verlinden, kritisierte den Vorstoß in der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe) scharf. Sie bezeichnete das Vorhaben als „eine besonders teure und riskante Technologie, die kein einziges Problem löst, sondern neue schafft“ (Quelle: „Rheinische Post“).
Weiter sagte Verlinden: „Die Antwort für Energiesouveränität, Verlässlichkeit, Wertschöpfung vor Ort und günstige Strompreise ist längst erfunden und heißt Erneuerbare Energien – das weiß jedes Kind. Die Erneuerbaren sind auch in Bayern die beliebteste Energie und könnten sofort mehr zur Energieversorgung beitragen“ (Quelle: „Rheinische Post“).
SPD spricht von „wahnwitziger Geisterfahrt“
Auch die SPD will die Überlegungen Söders nach eigener Aussage nicht mittragen. Die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, bezeichnete die Vorschläge Söders als „absurd“. Ein Wiedereinstieg in die Atomenergie verstoße in Deutschland „gegen geltendes Recht“, sagte Scheer der „Rheinischen Post“. Die SPD werde an einer solchen Geisterfahrt-Gesetzesänderung nicht mitwirken (Quelle: „Rheinische Post“).
„Atomenergie ist die teuerste Form der Energiegewinnung und nur mit massiven staatlichen direkten wie indirekten Subventionen möglich“, so Scheer in der „Rheinischen Post“. Unabhängig von der Größe der Kraftwerke bleibe sie eine Hochrisikotechnologie. „Angesichts sich weltweit zuspitzender militärischer Konflikte sind Atomenergiepläne auch sicherheitspolitisch eine wahnwitzige Geisterfahrt“ (Quelle: „Rheinische Post“).
Kritik an kleinen Reaktoren und Verweis auf Pilotprojekte
Laut der SPD-Politikerin seien kleine Atomkraftwerke noch risikoreicher als große, „da sie an noch mehr Orten Sicherheitsvorkehrungen benötigen und zudem ein Vielfaches an Atommüll erzeugen“. Sie seien weder heute einsetzbar, noch ökonomisch wie ressourcentechnisch verantwortbar, kritisierte sie (Quelle: „Rheinische Post“).
Scheer verwies darauf, dass Pilotprojekte in den USA zu kleinen Atomkraftwerken wegen zu hoher Kosten und Verzögerungen beim Bau wieder eingestellt worden seien. „Erneuerbare Energien sind bereits heute die günstigste Form der Energiegewinnung“, sagte Scheer der „Rheinischen Post“.
Markus Söder hatte zuvor in der „Bild am Sonntag“ seine seit einiger Zeit vertretene Ansicht bekräftigt, dass Deutschland zur Kernenergie zurückkehren müsse (Quelle: „Bild am Sonntag“).
✨ mit KI bearbeitet