Die Grünen verkleinern kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg den Abstand zur CDU. In einer Vorwahlumfrage von Infratest für den „Deutschlandtrend“ der ARD liegt die CDU knapp vor den Grünen, während die AfD deutlich stärker abschneidet als bei der vergangenen Landtagswahl. Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesregierung und Ministerpräsident Winfried Kretschmann bleibt hoch, bei der Frage nach der zukünftigen Regierungsführung liegt die CDU jedoch vorn.
CDU knapp vor Grünen – AfD deutlich stärker als 2021
In der von Infratest gemessenen Wählergunst für Baden-Württemberg kommen die Grünen in der Vorwahlumfrage für den sogenannten „Deutschlandtrend“ der ARD aktuell auf 27 Prozent, das sind 4 Prozentpunkte mehr als Mitte Januar (Landtagswahl 2021: 32,6 Prozent). Die CDU käme auf 28 Prozent, ein Minus von einem Punkt im Vergleich zu Januar (Landtagswahl 2021: 24,1 Prozent).
Die SPD läge bei 7 Prozent, ein Minus von einem Punkt im Vergleich zu Januar (Landtagswahl 2021: 11,0 Prozent), und die FDP bei 6 Prozent, ein Plus von einem Punkt (Landtagswahl 2021: 10,5 Prozent). Die AfD käme auf 18 Prozent und verliert damit 2 Punkte im Vergleich zu Januar, liegt aber deutlich über ihrem Ergebnis der Landtagswahl 2021 von 9,7 Prozent. Die Linke käme auf 5,5 Prozent und verliert 1,5 Punkte im Vergleich zu Januar (Landtagswahl 2021: 3,6 Prozent). Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 8,5 Prozent, ein Plus von 0,5 Punkten.
Umfrage ist Stimmungslage, keine Prognose
Für die Umfrage wurden von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.530 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg befragt. Die ARD weist darauf hin, dass es sich ausdrücklich um keine Prognose handelt, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage messe „aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten“. Sie ermittelt laut ARD einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen sei. Rückschlüsse auf den Wahlausgang seien damit nur bedingt möglich.
Für zwei Drittel aller Wahlberechtigten (68 Prozent) steht laut Infratest die Wahlentscheidung fest. Jeder siebte Wahlberechtigte (14 Prozent) in Baden-Württemberg gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Jeder Sechste (18 Prozent) tendiert zur Nichtwahl oder lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.
Hohe Zufriedenheit mit Landesregierung und Spitzenkandidaten
Die derzeitige Landesregierung wird in der Umfrage mehrheitlich positiv bewertet. 52 Prozent der Befragten sind mit deren Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden, das sind 4 Prozentpunkte mehr als im Januar. 45 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden.
Bei der Zufriedenheit mit der politischen Arbeit sticht der amtierende Ministerpräsident Winfried Kretschmann von den Grünen hervor: Eine Mehrheit von 59 Prozent ist mit seiner Arbeit aktuell zufrieden oder sehr zufrieden, das sind 2 Prozentpunkte weniger im Vergleich zu Oktober 2025. Mit der Arbeit des Spitzenkandidaten der Grünen, Cem Özdemir, sind aktuell 49 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, 2 Punkte mehr als im Januar, 40 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden.
Mit der Arbeit von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel sind laut „Deutschlandtrend“ 23 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, ein Plus von 4 Punkten, 27 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden; 50 Prozent kennen ihn nicht oder trauen sich keine Bewertung zu. Mit der Arbeit des AfD-Spitzenkandidaten Markus Frohnmaier sind 14 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, ebenfalls ein Plus von 4 Punkten, 33 Prozent zeigen sich weniger oder gar nicht zufrieden, 53 Prozent trauen sich kein Urteil zu.
Der SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch kann 17 Prozent von seiner Arbeit überzeugen, ein Zuwachs von 4 Punkten, 29 Prozent zeigen sich kritisch; 54 Prozent können seine Arbeit nicht bewerten. Bei dem FDP-Spitzenkandidaten Hans-Ulrich Rülke äußern 13 Prozent Zufriedenheit mit dessen Arbeit, 31 Prozent zeigen sich unzufrieden und 56 Prozent trauen sich kein Urteil zu.
Bei der Führung der künftigen Landesregierung wünschen sich aktuell 36 Prozent der Befragten eine CDU-geführte Landesregierung, das sind 4 Punkte weniger als im Januar. 34 Prozent sprechen sich für eine von den Grünen geführte Regierung aus, ein Plus von 2 Punkten, und unverändert 19 Prozent wollen eine von der AfD geführte Landesregierung. 11 Prozent können oder wollen sich in dieser Frage nicht festlegen.
Wenn die Befragten bei der Führung der künftigen Landesregierung zwischen CDU und Grünen entscheiden sollen, wünschen sich 48 Prozent eine CDU-geführte und 34 Prozent eine Grünen-geführte Regierung. 18 Prozent können oder wollen sich bei der Frage nicht festlegen.
Wenn man den Ministerpräsidenten des Landes direkt wählen könnte, läge laut „Infratest“ der Kandidat der Grünen vor der Konkurrenz. 42 Prozent würden sich für Cem Özdemir entscheiden, 3 Punkte mehr als im Januar. Für den CDU-Kandidaten Manuel Hagel sprechen sich 21 Prozent aus, ein Plus von 2 Punkten, und für den AfD-Kandidaten Markus Frohnmaier 11 Prozent, ebenfalls ein Plus von 2 Punkten. Gut jeder Vierte (26 Prozent) antwortet mit „weiß nicht“ oder macht keine Angabe.
Wenn die Befragten bei einer Direktwahl des Regierungschefs in dem Bundesland zwischen den beiden Kandidaten von Grünen und CDU entscheiden sollen, sprechen sich 43 Prozent für Cem Özdemir aus, 28 Prozent für Manuel Hagel. 29 Prozent antworten mit „weiß nicht“ oder machen keine Angabe.
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