Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, erwartet in den kommenden Jahren einen weiteren Rückgang der Zahl gesetzlicher Krankenkassen. Staatliche Vorgaben zur Zahl der Kassen lehnt er ab und setzt stattdessen auf Marktmechanismen und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Versicherten.
Weniger Krankenkassen in den kommenden Jahren erwartet
Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, rechnet damit, dass die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen weiter sinken wird. „Ich bin sehr sicher, dass wir wahrscheinlich in zehn Jahren auch nicht mehr die gleiche Zahl der Krankenkassen haben werden“, sagte Blatt der „Rheinischen Post“ (Dienstag).
Nach Angaben von Blatt prüfen die Kassen bereits seit Längerem, wo Zusammenschlüsse sinnvoll sind. „Schon heute sind die Krankenkassen dabei zu prüfen, wo ein Zusammenschluss ökonomisch sinnvoll ist. Das passiert laufend“, so der GKV-Chef in der „Rheinischen Post“.
Blatt setzt auf Wettbewerb statt staatliche Steuerung
Staatliche Eingriffe in diesen Prozess lehnt Blatt ab. „Die Antwort soll der Wettbewerb liefern. Ich bin Ökonom. Wer sollte eine Gesamtzahl festlegen? Der Staat?“, sagte Blatt der „Rheinischen Post“.
Unterschiedliche Bedürfnisse der Versicherten
Blatt verweist auf sehr unterschiedliche Erwartungen der Versicherten an ihre Krankenkasse. „Die Präferenzen der Menschen gehen stark auseinander, wenn es um ihre Krankenkasse geht. Manche wollen alles digital erledigen, andere brauchen Ansprechpartner in einer Geschäftsstelle. Das wird sich von allein regeln“, so der GKV-Vorstandsvorsitzende in der „Rheinischen Post“.
Zur Entwicklung der Zahl der Krankenkassen nennt Blatt einen langfristigen Vergleich. „Im Jahr 2000 gab es schließlich noch über 400 Krankenkassen“, so Blatt in der „Rheinischen Post“ – heute sind es etwas mehr als 90.
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