Angesichts zunehmender Aggression in Zügen und Bussen warnt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vor einer massiven Personalflucht bei der Deutschen Bahn. Einer EVG-Umfrage zufolge denkt fast jeder dritte Bahnmitarbeiter über eine Kündigung nach, ein Drittel der mehr als 4.000 Befragten nennt den Anstieg von Unsicherheit und Gewalt als Grund. Die Ergebnisse belegen laut EVG einen langjährigen Trend, der im tödlichen Angriff auf den 36-jährigen Schaffner Serkan C. gipfelte.
Jeder Dritte denkt an Kündigung
Laut einer Umfrage der EVG unter ihren Mitgliedern, über die das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichtet, erwägt fast jeder dritte Bahnmitarbeiter, seinen Job aufzugeben. Ein Drittel der mehr als 4.000 Befragten gab an, den Anstieg von Unsicherheit und Gewalt im Arbeitsalltag als Grund für entsprechende Kündigungsüberlegungen zu sehen.
Zwei Drittel der Beschäftigten fühlen sich den Angaben zufolge auf der Arbeit immer unsicherer. Die Hälfte der Mitarbeiter hat bereits einen körperlichen Übergriff erlebt. Beschimpfungen, Beleidigungen oder gar Bedrohungen waren insgesamt 85 Prozent derjenigen ausgesetzt, die im Kundenkontakt bei der Bahn arbeiten.
EVG warnt vor massiven Folgen für Bahnbetrieb
Der stellvertretende EVG-Vorsitzende Kristian Loroch sieht angesichts der Entwicklung das gesamte System in Gefahr. "Die ausufernde Gewalt bringt das ganze System ins Wanken", warnte er mit Blick auf die hohe Anzahl derer, die den Beruf gegebenenfalls verlassen wollen, zitiert vom "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Einen so massiven Personalverlust kann kein Unternehmen kompensieren." Bahnunternehmen und Politik müssten das Problem nach seinen Worten endlich in den Griff bekommen. "Sonst könnten bald massenhaft Züge und Busse wegen Personalmangels stehenbleiben."
Die EVG verweist darauf, dass die Ergebnisse der Befragung einen langjährigen Trend belegten. Dieser habe im tödlichen Angriff auf den 36-jährigen Schaffner Serkan C. gegipfelt. Bereits zwischen 2014 und 2023 habe sich die Zahl der Körperverletzungen von 1.500 auf über 3.000 pro Jahr mehr als verdoppelt.
Forderungen nach mehr Sicherheitspersonal
Die Bahnmitarbeiter wünschen sich der Umfrage zufolge vor allem mehr Doppelbesetzungen in Zügen und mehr Sicherheitspersonal. Zudem fordern 61 Prozent die Anwesenheit der Bundespolizei bei risikoreichen Fahrten.
Unter den Busfahrern, die ebenfalls von der EVG vertreten werden, ist der Ruf nach zusätzlichen Schutzmaßnahmen besonders stark. Neun von zehn wünschen sich demnach dringend Notrufoptionen, mehr geschützte Bereiche und eine Videoüberwachung.
✨ mit KI bearbeitet