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Startseite AktuellGefährliches Pflaster: Anwohner sind mit Situation an der Römerbrücke in Eversburg unzufrieden
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Gefährliches Pflaster: Anwohner sind mit Situation an der Römerbrücke in Eversburg unzufrieden

von Jasmin Schulte 29. September 2022
von Jasmin Schulte 29. September 2022
Blick aus Pye kommend: Autos fahren rechts über die Römerbrücke, Radfahrer können links über die Nebenbrücke fahren. / Foto: Schulte
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Blick aus Pye kommend: Autos fahren rechts über die Römerbrücke, Radfahrer können links über die Nebenbrücke fahren. / Foto: Schulte

Die Römerbrücke war in der Osnabrücker Verkehrs- und Stadtpolitik immer wieder ein großes Thema. Viel zu überlastet sei die denkmalgeschützte einspurige Brücke, die Pye und Eversburg verbindet. Die Lösung: eine zweite parallele Brücke nur für Radfahrer und Fußgänger. Ein Jahr nach Fertigstellung sind Anwohnerinnen und Anwohner allerdings nicht sonderlich glücklich mit der Lösung.

Im September 2018 hatte die Verwaltung den Verkehr auf der Römerbrücke zählen lassen. Ergebnis: Mehr als 4.000 Kraftfahrzeuge passierten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 52 km/h die schmale Passage. Es musste also etwas passieren.

Zeitreise ins Jahr 2019: Zu dieser Zeit entschied man sich im Stadtrat für die günstigere Variante – einen vier Meter breiten Bypass für Fußgänger und Radfahrer. Der Autoverkehr soll weiter über die Römerbrücke rollen. „Nach intensiven Diskussionen mit den Fraktionen – auch vor Ort – hat der Rat sich für die nun ausgeführte Variante entschieden“, erklärt Stadtsprecher Dr. Sven Jürgensen.

Die Alternative: eine autogerechte Brücke zwischen Süberweg und der Straße Die Eversburg. Radler und Fußgänger würden dann weiter die Römerbrücke nutzen können und kämen mit dem Autoverkehr nicht in Berührung. Der Kostenpunkt hätte damals allerdings bei 1,8 Millionen Euro gelegen. Diese Planung habe man „aufgrund finanzieller und denkmalschutzrechtlicher Belange verworfen“. Weiter heißt es: „Andere Varianten konnten aufgrund der Lage der Fuß- und Radbrücke nicht geprüft werden.“

Fahrradfahrer müssen zwei Mal die Straße kreuzen

Jetzt haben Radfahrer und Fußgänger zwar einen breiteren Weg ganz für sich alleine, aber wirklich sicherer ist es für sie nicht geworden. Gleich zwei Mal müssen sie die Straße aus Pye kommend queren – einmal vor und einmal hinter der Brücke -, um auf den neuen Weg zu wechseln. Sowohl im Bürgerforum in Eversburg als auch in Pye sei diese Problematik bereits mehrfach angesprochen worden, die Rede ist von einem „Schildbürgerstreich“ und undurchdachter Planung. Ratsmitglied Volkmar Seliger (Grüne) hatte sich laut Protokoll bereits im Januar selbst ein Bild von der Situation vor Ort gemacht und Ideen genannt. Bislang sei bedauerlicherweise aber nichts passiert.

Doch wie kam es zu dieser Planung? Das Presseamt der Stadt erklärt: „Zum Zeitpunkt der Planung bestand auf dem Rad-/ Gehweg von Pye kommend eine Benutzungspflicht. Zwischenzeitlich ist die Benutzungspflicht aufgehoben worden.“ Daher können beziehungsweise dürfen Radfahrer jetzt die neue Brücke nutzen, müssen es aber nicht. Und warum ist das so? „Entsprechend der aktuellen höchstrichterlichen Entscheidung darf ein Radweg nur noch dort benutzungspflichtig sein, wo eine besondere Gefahrenlage definiert werden kann“, so Jürgensen. Andernfalls bestehe das Wahlrecht für den Radfahrenden – wie an dieser Stelle. Eine neue Brücke, die den Verkehr steuern beziehungsweise entzerren soll, aber nicht benutzt werden muss, kostete die Stadt inklusive aller Nebenarbeiten knapp 500.000 Euro.

Nach der Brücke führt der Radweg noch ein Stück weiter, dann geht es für Radler wieder einmal quer über die Straße. / Foto: Schulte

Nach der Brücke führt der Radweg noch ein Stück weiter, dann geht es für Radler wieder einmal quer über die Straße. / Foto: Schulte

Das größte Manko: Nutzen Radfahrer die neue eigene Brücke aus Pye kommend, müssen sie hinter der Brücke wieder die Straße kreuzen, um dann auf der Straße weiterzufahren. Denn hier dürfen sie den Gehweg nicht mehr nutzen. Die Möglichkeit, den Rad- und Gehweg bis zur Von-Kessenbrock-Allee zu verlängern, sei vonseiten der Stadt geprüft worden, allerdings „aufgrund der Abmessungen der vorhandenen Brücke nicht realisierbar“. Zwei Mal die Straße kreuzen, auf der Autos mit 50 km/h unterwegs sein dürfen? Das ist für viele Radler zu gefährlich. Es sei dort bereits zu mindestens einem Unfall gekommen. Silke Kellermann aus Pye würde sich dort etwa Tempo 30 für Autofahrer, eine Vorfahrtsänderung aus Pye kommend und eine Nutzungspflicht für Räder wünschen.

Markierungen und Schilder nach über einem Jahr noch nicht angebracht

Anwohnerinnen und Anwohner beklagen, dass die fehlenden Markierungen und Schilder die Orientierung vor Ort schwierig machen würden. Besonders aus der von Pye kommenden Seite sei uneindeutig, wo wer fahren muss. Auf der neuen Brücke gibt es zudem keine Linie, die Fahrrad- und Fußweg trennt. Dementsprechend komme es auch hier immer wieder zu gefährlichen Situationen mit Fußgängern und anderen Radfahrern. Denn hier könnten theoretisch gleichzeitig vier Parteien die Brücke parallel passieren: Fahrradfahrer und Fußgänger von Eversburg sowie in Richtung Eversburg.

Fehlende Markierungen auf der Brücke machen die Situation unter Fußgängern und Radfahreren undurchsichtig. / Foto: Schulte

Fehlende Markierungen auf der Brücke machen die Situation unter Fußgängern und Radfahreren undurchsichtig. / Foto: Schulte

Bereits im Mai wurde den Bürgerinnen und Bürgern zugesagt, dass die Stadt Markierungen und ein Hinweisschild ergänzen wird. Ende September ist noch nichts passiert: „Die Konkretisierung der Situation mittels Verkehrszeichen ist bereits in Auftrag gegeben und steht unmittelbar vor der Umsetzung“, so Jürgensen. Abschließende Detailfragen seien wegen Urlaub und Krankheit noch nicht geklärt worden. Im nächsten Bürgerforum wolle man darüber berichten. Das nächste Bürgerforum für Eversburg ist am 8. Dezember, ein Termin für Pye steht noch nicht fest.

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Jasmin Schulte

Jasmin Schulte begann im März 2018 als Redakteurin für die Hasepost. Nach ihrem Studium der Germanistik und der Politikwissenschaft an der Universität Vechta absolvierte sie ein Volontariat bei der Hochschule Osnabrück. Weitere Stationen führten sie zu Tätigkeiten bei einer lokalen Werbeagentur und einem anderen Osnabrücker Verlag. Seit März 2022 ist Jasmin Schulte zurück bei der HASEPOST und leitet nun unsere Redaktion. Privat ist Jasmin Schulte als Übungsleiterin tätig, bloggt über Literatur und arbeitet an ihrem ersten eigenen Roman.

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