Berlin erinnert an Opfer – Polizei sichert mit 1000 Kräften ab
Zum dritten Jahrestag des Hamas-Angriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 finden in Berlin zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. Wie der rbb berichtet, sind für den Mittwoch zehn Versammlungen angemeldet, darunter acht zur Solidarität mit Israel und zwei pro-palästinensische. Die Berliner Polizei hat dafür ihre Kräfte aufgestockt: 1000 Einsatzkräfte sichern die Veranstaltungen ab, 700 mehr als an einem normalen Wochentag, wie ein Polizeisprecher dem rbb mitteilte. Besonders geschützt werden sollen Gedenkfeiern der jüdischen Community, an denen auch Politiker wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und der israelische Botschafter Ron Prosor teilnehmen. Das zentrale Gedenken am Mittwochnachmittag findet auf dem Bebelplatz statt, wo unter anderem Reden gehalten werden. Am Abend soll die israelische Flagge auf das Brandenburger Tor projiziert werden, wie die Morgenpost berichtet.
500 Stühle erinnern an Holocaust-Opfer
Die Jüdische Studierendenunion Deutschland hat am Brandenburger Tor eine Installation mit 500 leeren Stühlen und Fotos der Opfer aufgebaut, die von Politikern wie der Linken-Fraktionsvorsitzenden Elif Eralp, den Grünen-Politikern Bettina Jarasch und Werner Graf sowie SPD-Landeschef Steffen Krach besucht wurde. Parallel dazu gibt es religionsübergreifende Gottesdienste, etwa in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, wo Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprechen soll. Der Berliner Antisemitismusbeauftragte Samuel Salzborn betonte die Bedeutung öffentlicher Zeichen gegen Antisemitismus und warnte vor einer Täter-Opfer-Umkehr in der Debatte, wie der rbb weiter berichtet.
Pro-Palästina-Demos mit Gewaltverherrlichungssymbol
Neben den Gedenkveranstaltungen sind auch zwei pro-palästinensische Demonstrationen angemeldet. Eine davon soll am Abend unter dem Motto „Down with Colonialism“ von Kreuzberg nach Neukölln ziehen. Der Aufruf dazu zeigt eine Planierraupe, die einen Zaun durchbricht – ein Symbol, das an den Hamas-Angriff 2023 erinnert. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Gewaltverherrlichung, wie die Morgenpost und die Jüdische Allgemeine berichten. Die andere Demonstration am Checkpoint Charlie richtet sich gegen den „Gaza-Genozid“ und Waffenlieferungen an Israel. Anmelder ist laut Morgenpost Ibrahim Ibrahim, ein Vertreter der PFLP, die von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird.
Hamas-Angriff löste tödlichste Eskalation aus
Am 7. Oktober 2023 hatten Hamas-Terroristen israelische Siedlungen und ein Musikfestival angegriffen, dabei rund 1.200 Menschen getötet und über 240 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Der Angriff gilt als der größte Massenmord an Juden seit dem Holocaust. In der Folge eskalierte der Konflikt, bei dem nach UN-Angaben seitdem über 73.000 Menschen im Gazastreifen starben, wie die Morgenpost schreibt. In Deutschland ist seitdem ein Anstieg antisemitischer Vorfälle zu verzeichnen, wie die tagesschau berichtet.