Im Rahmen zweier Europäischer Erhaltungszuchtprogramme gibt es im Zoo Osnabrück Grund zur Freude: Bei den Schimpansen und den Dianameerkatzen haben Jungtiere das Licht der Welt erblickt. In beiden Fällen ist der Nachwuchs wohlauf.
Neuer Nachwuchs von Schimpanse Vakanga

Jungtier Kalea kam im November 2025 zur Welt. / Foto: Zoo Osnabrück, Angela Bens
Am Samstag, den 31. Januar, wuchs die Schimpansenfamilie am Schölerberg: Nach rund acht Monaten Tragzeit brachte Weibchen Vakanga ein Jungtier zur Welt. „Die Geburt fand in den Nachmittagsstunden statt und konnte sowohl von uns Tierpflegern als auch von Besuchern beobachtet werden“, berichtet Benjamin Müller, Revierleiter im Zoo Osnabrück. „Vakanga kümmert sich aufmerksam um das Jungtier, dem es gut geht. Eine tierärztliche Untersuchung kann und sollte allerdings – wie immer bei den Schimpansen – nicht durchgeführt werden, um die enge Bindung zwischen Mutter und Jungtier nicht zu stören“, erklärt Laura Sieckmann, Veterinärin und Kuratorin im Zoo Osnabrück. Somit müssen sich Tierpfleger, Biologen und Veterinäre zunächst auf ihre Beobachtungen verlassen. Auch das Geschlecht des jüngsten Westafrikanischen Schimpansen wissen sie daher noch nicht. Die meiste Zeit klammert es sich bäuchlings am Bauch der Mutter fest. Meist sehen die Tierpfleger daher zufällig, welches Geschlecht das Jungtier hat, wenn die Mutter es einmal andersherum hält.
Schon ihr siebtes Jungtier
Vakanga gilt unter Tierpflegern und Biologen am Schölerberg als erfahrene und routinierte Mutter. Schließlich ist es bereits ihr siebter Nachwuchs. Auch das elfjährige Schimpansenweibchen Tamika stammt von ihr ab. Im vergangenen November brachte Tamika selbst ein Jungtier im Zoo Osnabrück zur Welt: das Weibchen hat von seinen Tierpflegern den Namen Kalea bekommen. „Tamika hat sich sehr gut in ihre Mutterrolle eingefunden. Sie kümmert sich fürsorglich um Kalea und die Bindung zwischen Mutter und Jungtier ist sehr eng“, berichtet Sieckmann.
Europäisches Erhaltungszuchtprogramm
Wie bei vielen weiteren Tierarten beteiligt sich der Zoo Osnabrück auch mit der Schimpansengruppe am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm – das sei wichtig, erklärt die Kuratorin weiter: „So können Zoos gemeinsam eine Population aufbauen, die unabhängig von der Wildbahn bestehen kann. Das große Ziel ist, einen Beitrag zum Erhalt dieser Tierart durch eine stabile Reservepopulation in Zoologischen Gärten zu leisten, aber auch durch Forschung und Edukation.“ Die Weltnaturschutzorganisation IUCN stuft Schimpansen als stark gefährdet und vom Aussterben bedroht ein, da diese Primatenart unter anderem durch Wilderei und Lebensraumverlust bedroht wird.
Nachwuchs bei den Dianameerkatzen

Mit dem Ende Januar geborenen Jungtier leistet der Zoo Osnabrück einen Beitrag zum Arterhalt der stark gefährdeten Dianameerkatzen. / Foto: Zoo Osnabrück, Vanessa Kleine-Kalmer
Grund zur Freude gibt es für den Zoo Osnabrück auch bei den Dianameerkatzen, mit denen er sich ebenfalls am Erhaltungszuchtprogramm beteiligt: Am 27. Januar kam auch hier ein Jungtier zur Welt. Der Neuankömmling im nunmehr fünfköpfigen Gruppenverband erfreut sich bester Gesundheit und hält sich ebenfalls gut am Bauch der Mutter fest. In der Tierwelt Takamanda bewohnen die Dianameerkatzen als Baumbewohner zusammen mit den Warzenschweinen eine Anlage. Charakteristisch für die Dianameerkatzen ist ihre kontrastreiche Fellfärbung.
Die Westafrikanischen Primaten gelten als stark gefährdet, mit kontinuierlich abnehmenden Beständen. Das liegt vor allem daran, dass der Lebensraum dieser Art durch menschliche Einflüsse wie Abholzung und landwirtschaftliche Nutzung oder kommerzielle Jagd stark fragmentiert ist. Die IUCN schätzt, dass die freilebende Population dadurch innerhalb der letzten drei Generationen um mindestens 50% geschrumpft ist. Besonders bei Arten, deren Lebensräume bisher nicht gesichert sind, ist der Aufbau einer genetischen Reservepopulation in Zoologischen Gärten besonders wichtig.
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