Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Agnieszka Brugger, hat trotz der Ernennung von Nicole Schilling zur stellvertretenden Generalinspekteurin der Bundeswehr einen fortbestehenden Mangel an Frauen in Führungspositionen in der Truppe kritisiert. Brugger lobte zugleich die Berufung von Christian Freuding zum Inspekteur des Heeres, äußerte aber Zweifel an der tatsächlichen Umsetzung von Gleichberechtigung im Verteidigungsministerium.
Mangelnde Repräsentanz von Frauen
Die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Agnieszka Brugger zeigte sich mit Blick auf die am Dienstag verkündete Berufung von Nicole Schilling zur stellvertretenden Generalinspekteurin der Bundeswehr erfreut, kritisierte jedoch weiterhin die insgesamt geringe Anzahl von Frauen in Führungspositionen der Bundeswehr. „So sehr sich viele zu Recht freuen, dass endlich eine Soldatin einen derart hohen Posten bekleidet, es täuscht nicht über die mangelnde Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen hinweg“, sagte Brugger dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Weiter äußerte Brugger Kritik an Verteidigungsminister Boris Pistorius und dessen Bekenntnissen zur Gleichberechtigung: „Boris Pistorius macht viele schöne Worte zur Gleichberechtigung. Aber es sind die Taten, die zählen.“
Kritik an Berufungspraxis im Ministerium
Bezüglich der Ernennung des neuen Rüstungsstaatssekretärs Jens Plötner äußerte Agnieszka Brugger Zweifel an der Prioritätensetzung innerhalb des Verteidigungsministeriums. Offenbar auf Plötner bezogen, erklärte Brugger: „Wenn es hart auf hart kommt, zählt offensichtlich das SPD-Parteibuch mancher Herren mehr als Erfahrung, Fachlichkeit und Repräsentanz.“
Lob für neuen Heeresinspekteur – Quote weiter niedrig
Gleichzeitig sprach Brugger dem neuen Inspekteur des Heeres, Christian Freuding, ihre Anerkennung aus. „Er sei ‚einer der beeindruckendsten Menschen, die ich im Rahmen meiner langjährigen Arbeit im Verteidigungsausschuss kennenlernen durfte’“, so die Grünen-Politikerin. „Das Heer ist bei ihm, mit seinem Einsatz, seiner Haltung und seinem klaren Kompass, in sehr guten Händen.“
Nach Angaben einer Sprecherin des Verteidigungsministeriums lag die Quote von Frauen auf militärischen Führungspositionen im Ministerium noch im Mai des vergangenen Jahres „bei circa 2 Prozent“ – außerhalb des Ministeriums beträgt sie 16 Prozent.