Ex-Häftlinge belasten JVA-Mitarbeiter schwer – Luxusuhren und Drogen gefunden
Die spektakuläre Befreiung eines Untersuchungshäftlings der Justizvollzugsanstalt Essen Mitte Oktober wirft weiterhin Fragen auf. Während der flüchtige Häftling Dijvar Gündüz noch immer nicht gefasst ist, gerät ein Mitarbeiter der Anstalt in den Fokus der Ermittler. Wie der WDR und die Tagesschau berichten, haben sich drei ehemalige Insassen der JVA Essen gemeldet und den Bediensteten schwer belastet. Sie behaupten, der Beamte sei an der Befreiung Gündüz’ vor einer Radiologenpraxis beteiligt gewesen und habe zudem bei einem früheren, bisher unbekannten Fluchtversuch mitgewirkt. Die ehemaligen Häftlinge sitzen derzeit in der JVA Hagen ein.
Fluchthilfe-Vorwürfe gegen Wärter nicht bewiesen
Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) bestätigt in einem Bericht an den NRW-Landtag, dass die Vorwürfe der Fluchthilfe bisher nicht zweifelsfrei belegt werden konnten. Allerdings gebe es zahlreiche Indizien für Korruption, darunter Bargeldeinzahlungen von über 40.000 Euro und ein Lebensstil des Beamten, der als „über seine Verhältnisse hinausgehend“ eingestuft wird. Der Wärter sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Bei Durchsuchungen seiner Wohnung fanden die Ermittler mehrere Luxusuhren, darunter zwei Rolex- und zwei Omega-Modelle, sowie einen Cartier-Armreif, wie der Westen detailliert auflistet. Ob es sich um Originale handelt, wird noch geprüft.
Luxusuhren und Bargeld bei Durchsuchung sichergestellt
Neben den Uhren sicherten die Beamten 3.725 Euro Bargeld, neun Mobiltelefone, drei Schlagringe, ein Butterflymesser, ein Einhandmesser sowie Drogen – darunter ein Block Haschisch und sechs Einmachgläser mit Cannabis. Gegen den JVA-Mitarbeiter wird daher nicht nur wegen Bestechlichkeit, sondern auch wegen Drogen- und Waffenbesitzes ermittelt. Seine Ehefrau steht unter dem Verdacht der Geldwäsche. Die Ermittlungen laufen noch, und weitere Details könnten in den kommenden Wochen ans Licht kommen.