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Startseite AktuellFDP gibt Oberbürgermeister die Schuld für maroden Zustand des Theaters
AktuellKulturOsnabrück

FDP gibt Oberbürgermeister die Schuld für maroden Zustand des Theaters

von Sophie Scherler 17. Januar 2019
von Sophie Scherler 17. Januar 2019
Ein Blick an die Decke reicht: Hier muss was getan werden
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Marode Wände, wirre Kabelstränge, zu wenig Platz für Probenräume und große Mängel im Brandschutz: Das Osnabrücker Theater muss saniert werden, damit es auch in Zukunft genutzt werden kann. Dafür werden in der Planung rund acht Jahre und 80 Millionen Euro veranschlagt. Eine Summe, die bei weitem nicht so hoch hätte ausfallen müssen, findet die FPD. Die Schuld dafür sieht sie beim ehemaligen Baudezernenten und heutigen Oberbürgermeister Wolfgang Griesert.

„Nach der Ortsbesichtigung war ich entsetzt über den Zustand hinter der Bühne“, heißt es in einer Pressemeldung der FDP. Weite Teile der Lüftungsanlage sind nicht reinigungsfähig, es laufen riesige Kabelbünde an der Decke, bei denen keiner mehr weiß, welche Strom führen und welche nicht. Außerdem funktioniert bei einem Stromausfall die Sprinkleranlage nicht und kann im Notfall nicht löschen. „Spätestens 2005 wäre es die Aufgabe des ehemaligen Baudezernenten (und heutigen OB) gewesen, sich darum mal zu kümmern. Hier sind 13 Jahre verschlafen worden“, heißt es in der Meldung weiter.

Entscheidung noch nicht möglich

Doch nicht nur auf Grund der hohen Summe sieht die FPD noch Probleme. Der Oberbürgermeister wollte die Entscheidung über die Sanierung des Theaters eigentlich in der nächsten Sitzung des Stadtrates zur Abstimmung stellen. Doch bei einem geplanten Investitionsvolumen von 80 Millionen Euro und einer Planungs- und Bauzeit von acht Jahren, sieht die FPD zunächst weiteren Beratungsbedarf: „Bevor nicht alle Unterlagen vorliegen und eingesehen und beraten werden konnten, kann es dazu noch keine Entscheidung geben. Ein Investitionsvolumen von 80 Millionen kann man nicht einfach so beschließen, auch wenn Drittmittel notwendig werden.“ Die Ratsfraktion möchte die Entscheidung über das Theater von der Tagesordnung der nächsten Ratssitzung absetzten.

Theater Osnabrück

Foto: Theater Osnabrück, Marius Maasewerd

Gibt es Alternativen?

Bei einer derart hohen Summe stellt sich für viele die Frage nach Alternativen. Sowohl ein Neubau als auch das Reparieren des Nötigsten seien im Vorfeld geprüft worden. Die Variante der Sanierung sei die kostengünstigste für die Stadt: „Jahrelanges Löcherstopfen ist auf die Dauer unwirtschaftlich. Damit schieben wir die Entscheidung nur auf und die Kosten steigen noch weiter“ sagte Griesert im November.
Für die FDP gibt es aber noch andere Alternativen. Sie schlägt vor, das Theater in Zukunft nur noch für Sprechaufführungen (Schauspiel, Komödien, Kindertheater etc.) zu nutzen und den Ringlokschuppen am alten Güterbahnhof für Konzerte und Opern zu umzubauen. Beides sei für rund 40 Millionen Euro machbar, und damit für die Hälfte der geplanten Kosten.

Hohe Summe führt zu Unsicherheit

Doch nicht nur die FPD ist wegen der Kosten besorgt. Denn noch ist nicht klar, woher die benötigten Drittmittel eigentlich kommen sollen. Fritz Brickwedde von der CDU schlug vor, auf die Landesregierung einzuwirken, damit sie einen extra Haushaltsposten für kommunale Theater schaffe. Stadtrat Wolfgang Beckermann hält das für unwahrscheinlich, betonte aber, dass man mit Hannover im Gespräch sei. Fraglich ist auch, ob es bei den geschätzten Kosten von 80. Millionen Euro bleiben wird, falls der Rat sich für diese Option entscheidet. Denn wie man am Beispiel der Elbphilharmonie (geplant: 77 Millionen Euro, gebaut für 866 Millionen Euro), oder dem neuen Flughafen in Berlin (geplant: 2 Milliarden Euro, aktuell 6,44 Milliarden Euro) sieht, bleiben bei weitem nicht alle Großprojekte in ihrem Kostenrahmen.

Insgesamt stehen die Parteien aber hinter dem Theater und sehen die Notwendigkeit für Veränderungen. Doch wie genau diese ausfallen und wer am Ende welche Summe zahlen muss, dass wird sich wohl erst in der Zukunft entscheiden.

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Sophie Scherler

Sophie Scherler ist seit März 2018 Redakteurin bei der Hasepost, zwischenzeitlich absolvierte Sophie Scherler erfolgreich ein Volontariat bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Seit Herbst 2021 ist sie wieder angestelltes Mitglied unserer Redaktion.

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