Für die Universität und die Hochschule Osnabrück stehen umfangreiche Investitionen bevor: Im Rahmen eines landesweiten Förderprogramms fließen insgesamt mehr als 73,5 Millionen Euro an die beiden Hochschulen. Das Geld stammt aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität, mit dem Niedersachsen den Sanierungsstau an seinen Hochschulen abbauen und die Einrichtungen fit für die Zukunft machen will.
Neubau und umfassende Modernisierung
Landesweit stellt die rot-grüne Landesregierung zusätzlich zu den regulären Bau- und Sanierungsmitteln rund 627 Millionen Euro für Hochschulen und Forschungseinrichtungen bereit. Davon entfallen rund 62,6 Millionen Euro auf die Universität Osnabrück und weitere 11 Millionen Euro auf die Hochschule Osnabrück.
Den größten Einzelposten bildet der Neubau eines Institutsgebäudes auf dem Campus Westerberg. Das rund 58,5 Millionen Euro teure Gebäude ersetzt das marode AVZ und macht den Großteil der Förderung für die Universität aus. Hinzu kommen mehrere Sanierungsmaßnahmen in den Bereichen Genetik und Neurobiologie, die Erneuerung der Lüftungstechnik sowie die Modernisierung von Sanitäranlagen.
Auch an der Hochschule Osnabrück stehen verschiedene Bauprojekte auf der Agenda. Geplant sind unter anderem die Sanierung von Gewächshäusern, Brandschutz- und Technikmaßnahmen in mehreren Gebäuden sowie die Erneuerung einer Kälteanlage. Weitere sieben Millionen Euro sind für ein zusätzliches Sanierungsprojekt vorgesehen, das noch festgelegt werden soll.
Bessere Bedingungen für Studium und Forschung
Mit den Investitionen sollen nicht nur Gebäude instand gesetzt, sondern auch die Hochschulen an moderne Anforderungen angepasst werden. Vorgesehen sind unter anderem energetische Sanierungen, neue technische Ausstattung, moderne Lern- und Arbeitsräume, hybride Lehrmöglichkeiten sowie zeitgemäße Mensen und Infrastruktur.
Der Osnabrücker SPD-Landtagsabgeordnete Frank Henning sieht darin einen wichtigen Schritt für die Region. „Die zusätzlichen Mittel verbessern die Bedingungen für Studium, Forschung und Lehre nachhaltig. Davon profitieren Studierende, Beschäftigte und letztlich die gesamte Region“, so Henning.
Mit Blick auf die steigenden Anforderungen an Wissenschaft und Forschung ergänzt er: „Die Anforderungen an Wissenschaft und Forschung wachsen immens. Daher ist es wichtig, dass wir unsere Hochschulen zukunftsfest aufstellen. Die Bundesmittel geben uns die Möglichkeit, notwendige Investitionen deutlich schneller umzusetzen.“
Sanierungsstau soll abgebaut werden
Auch die Grünen begrüßen das Investitionsprogramm. Sie verweisen auf den erheblichen Sanierungsbedarf vieler Hochschulgebäude, in denen marode Bausubstanz und veraltete Technik seit Jahren für Probleme sorgen.
Die Osnabrücker Grünen-Landtagsabgeordnete Anne Kura erklärt: „Mit diesen Geldern machen wir unsere Hochschulen fit für die Zukunft. Gute Lehre und erfolgreiches Lernen brauchen gute Rahmenbedingungen. Niemand sollte in Gebäuden studieren oder arbeiten müssen, in denen es durch das Dach regnet, die Bausubstanz bröckelt oder die Infrastruktur nicht mehr zeitgemäß ist.“
Auch ihr Landtagskollege und Osnabrücker OB-Kandidat Volker Bajus hebt die Bedeutung der Investitionen für den Wissenschaftsstandort hervor: „Mit diesen Investitionen schaffen wir moderne und sichere Lern- und Arbeitsorte für unsere Studentinnen und Studenten sowie für alle Beschäftigten an den Hochschulen. Und: Attraktive und leistungsfähige Hochschulen sind ein entscheidender Standortfaktor. So schaffen wir beste Voraussetzungen dafür, dass kluge Köpfe gerne nach Osnabrück kommen, hier studieren, forschen und auch bleiben.“
Landesweites Programm
Die Mittel werden auf Grundlage konkreter Bau-, Modernisierungs- und Sanierungsprojekte vergeben. Insgesamt profitieren alle 18 staatlichen Hochschulen Niedersachsens sowie Einrichtungen der Universitätsmedizin und der Forschungsinfrastruktur von dem Förderprogramm. Ziel ist es, den Investitionsstau der vergangenen Jahre abzubauen und die Hochschulen langfristig leistungsfähig und klimafreundlich aufzustellen.
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