Knapp die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland lebt 2025 in einer Familie. Der Anteil hat sich nach längerem Rückgang ab Mitte der 2010er-Jahre bei 49 Prozent stabilisiert. Das geht aus Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 des Statistischen Bundesamts hervor.
Rückgang gestoppt, Familienformen im Wandel
1996 lebten noch 57 Prozent der Menschen in Deutschland in einer Familie. Seitdem sank der Anteil, bis er sich ab Mitte der 2010er-Jahre stabilisierte. Gleichzeitig stieg der Anteil der Alleinstehenden von 17 auf 23 Prozent, der Anteil der Menschen in Partnerschaften ohne Kinder im Haushalt von 26 auf 28 Prozent.
"Der jahrelange Rückgang der Bevölkerung in Familien ist vor allem auf die Alterung der geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge zurückzuführen. Die Babyboomer haben die typische Familienphase mit Kindern im Haushalt hinter sich gelassen". Das sagte Thomas Körner, Experte für demografische Analysen zu Familien im Statistischen Bundesamt. „Seit 2015 wirkt die Zuwanderung dem Rückgang der Familien entgegen, weil Eingewanderte und ihre Nachkommen jünger sind und häufiger in Familien leben. Auch dadurch hat sich der Familienanteil an der Gesamtbevölkerung stabilisiert.“
Einwanderung prägt Familienstruktur
2025 lebten 60 Prozent der Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Familien, bei Menschen ohne Einwanderungsgeschichte waren es 43 Prozent. Umgekehrt lebten 19 Prozent der Personen mit Einwanderungsgeschichte als Paar ohne Kind zusammen, bei Personen ohne Einwanderungsgeschichte waren es 32 Prozent. Der Anteil der Alleinstehenden lag bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte bei 21 Prozent, bei Menschen ohne bei 25 Prozent. Eine Person hat eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit 1950 in das heutige Gebiet Deutschlands eingewandert sind.
Die Zuwanderung seit 2015 hat den Rückgang der Familien gebremst. Der Anteil der Familien mit Einwanderungsgeschichte stieg von 17 Prozent 2005 auf 31 Prozent 2025. Familien mit einseitiger Einwanderungsgeschichte machten 2025 neun Prozent aus, 2005 waren es sechs Prozent. Der Anteil der Familien ohne Einwanderungsgeschichte sank von 77 auf 61 Prozent. Familien haben eine Einwanderungsgeschichte, wenn beide Elternteile (oder bei Alleinerziehenden der Elternteil) seit 1950 nach Deutschland eingewandert oder Nachkommen Eingewanderter sind.
Mehr Alleinerziehende, weniger Ehepaare mit Kindern
Die Familienformen haben sich gewandelt: Der Anteil der Ehepaare mit Kindern sank von 78 Prozent 1996 auf 66 Prozent 2025. Im Gegenzug stieg der Anteil Alleinerziehender von 18 auf 24 Prozent, der Anteil der Lebensgemeinschaften mit Kindern von vier auf zehn Prozent. Nicht-eheliche Familienformen wurden besonders in Westdeutschland zunehmend akzeptiert, in Ostdeutschland waren sie bereits zuvor stärker verbreitet.
Die Zahl der Kinder pro Familie blieb dagegen stabil. 2025 lebten 50 Prozent der Familien mit einem Kind im Haushalt, 37 Prozent mit zwei Kindern und 13 Prozent mit drei oder mehr Kindern. 1996 zeigte sich ein ähnliches Bild: In 51 Prozent der Familien lebte damals ein Kind, in ebenfalls 37 Prozent zwei Kinder und in zwölf Prozent drei oder mehr. Der leichte Anstieg des Anteils von Familien mit drei oder mehr Kindern ist vor allem auf die Zuwanderung ab 2015 zurückzuführen. Familien mit Einwanderungsgeschichte sind häufiger kinderreich: In 21 Prozent dieser Familien lebten drei oder mehr Kinder, in Familien ohne Einwanderungsgeschichte waren es zehn Prozent. Im Gegenzug ist der Anteil von Familien mit einem Kind bei Familien mit Einwanderungsgeschichte mit 43 Prozent deutlich niedriger als bei Familien ohne Einwanderungsgeschichte mit 54 Prozent.