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Startseite Deutschland & die WeltEZB warnt: Politische Einflussnahme treibt Inflation und Zinsen
Deutschland & die Welt

EZB warnt: Politische Einflussnahme treibt Inflation und Zinsen

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 17. September 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 17. September 2025
Ausschilderung Europäische Zentralbank / Foto: dts
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EZB-Vizepräsident Luis de Guindos warnt vor politischer Einflussnahme auf die Geldpolitik und betont die Bedeutung der Unabhängigkeit der Notenbank. Zugleich sieht er derzeit keine Notwendigkeit für Eingriffe am Anleihemarkt und äußert sich zuversichtlich zum Standort Deutschland. An der Zinspolitik will die Europäische Zentralbank vorerst festhalten, hält sich jedoch Optionen offen.

Unabhängigkeit der Geldpolitik

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos warnte vor den Folgen politischer Eingriffe in die Geldpolitik. „Wenn Regierungen in die Geldpolitik eingreifen, führt das später zu Inflation und steigenden Zinsen – das ist keine Theorie, sondern historisch belegt“, sagte de Guindos der „Welt“. Die Europäische Zentralbank (EZB) verfüge über eine gesetzlich garantierte Unabhängigkeit, die unverzichtbar für Preisstabilität sei.

Mit Blick auf das wachsende Defizit Frankreichs und steigende Verteidigungsausgaben in Europa sagte de Guindos, die europäischen Verträge seien entscheidend für solide Staatsfinanzen.

Staatsfinanzen und Marktumfeld

Zugleich bekräftigte er, dass es aktuell keinen Anlass für die EZB gebe, über das Anleihekaufprogramm TPI zu intervenieren, da die Finanzmärkte „ruhig und geordnet“ seien. „Es gibt keine Anzeichen für Liquiditätsengpässe, und die Spreads zwischen den Staatsanleihen der Euro-Länder sind derzeit kein Grund zur Besorgnis“, sagte de Guindos.

Deutschland und Zinspolitik

Zum Standort Deutschland äußerte sich der Währungshüter zuversichtlich. „Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als Deutschland als `kranker Mann Europas` galt. Sechs Jahre später war das Land wieder der Wachstumsmotor. Ich habe vollstes Vertrauen in die deutsche Wirtschaft“, sagte er. Natürlich gebe es Herausforderungen: „Deutschland hat sich zu lange auf billige Energie aus Russland verlassen. Und sein bisheriges Geschäftsmodell mit Fokus auf Ausfuhren in die USA und nach China steht angesichts der zahlreichen Handelsstreitigkeiten vor Herausforderungen.“ Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur habe Deutschland jedoch „eine wichtige Weiche gestellt“.

Zur Zinspolitik stellte de Guindos klar, dass die EZB vorerst an ihrem Kurs festhält. „Wir halten den aktuellen Zinssatz unter den gegebenen Umständen für angemessen – basierend auf der Inflationsentwicklung, unseren Projektionen und der Transmission unserer Geldpolitik“, sagte er. Die Entscheidung, die Leitzinsen nicht zu senken, sei im Rat einstimmig gefallen. Zudem sei sich das Gremium darüber einig, „dass wir alle Optionen offenhalten müssen. Sollte sich die Lage ändern, passen wir unseren Kurs an“, sagte der EZB-Vize. „Märkte reagieren volatil – eine Zentralbank darf aber nicht volatil sein. Deshalb müssen wir vorsichtig agieren. Und das tun wir“, so de Guindos.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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