Der frühere Vorsitzende des Sachverständigenrats, Lars Feld, stellt sich hinter die Ökonomin Ulrike Malmendier, die das Gremium zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung offenbar wegen Widerstands aus der CDU verlassen soll. Feld betont ihre wissenschaftliche Qualifikation und kritisiert parteipolitisch motivierte Entscheidungen, sieht aber zugleich strukturelle Gründe für eine Neuausrichtung des Rats.
Feld lobt Malmendiers wissenschaftliche Arbeit
Der frühere Wirtschaftsweise Lars Feld hat Ulrike Malmendier gegen Kritik aus der CDU in Schutz genommen. „Ulrike Malmendier ist eine exzellente Wissenschaftlerin“, sagte Feld dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). Sie sei parteipolitisch keinem Lager zuzuordnen. „Sollte ihr Abgang rein politisch motiviert sein, hielte ich das für falsch“, so Feld.
Aus CDU-Kreisen war demnach argumentiert worden, Malmendier sei nicht ordnungspolitisch genug ausgerichtet. Dieses Argument weist Feld zurück. Das Argument aus CDU-Kreisen, Malmendier sei nicht ordnungspolitisch genug ausgerichtet, hält der ordoliberale Ökonom nicht für sinnvoll. „Der Sachverständigenrat hat nicht die Funktion, besonders ordnungspolitisch, keynesianisch oder monetaristisch zu sein“, sagte er dem „Handelsblatt“.
Strukturelle Gründe für Veränderungen im Rat
Zugleich geht Feld davon aus, dass der erwartete Abgang Malmendiers nicht ausschließlich politisch motiviert ist. „Meinen Informationen zufolge ist die Entscheidung durchaus dadurch motiviert, dass der Sachverständigenrat ein Defizit in den Bereichen Makroökonomie und internationale Wirtschaftsbeziehungen aufweist“, sagte er dem „Handelsblatt“. Das wolle man offenbar ändern. „Ulrike Malmendier hat jetzt das Pech, dass sie die erste war, bei der man die Gelegenheit für Veränderung nutzen kann“, so Feld.
Eigene Erfahrungen mit politischem Druck
Feld verwies zudem auf seine eigene Vergangenheit im Gremium. Er selbst hatte 2021 offenbar auf Drängen der SPD den Sachverständigenrat verlassen müssen.
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