Der frühere ungarische Außenminister und EU-Kommissar Peter Balazs hat kurz vor der Wahl in Ungarn am 12. April Ministerpräsident Viktor Orban scharf attackiert. In einem Interview wirft er Orban vor, zentrale Interessen Russlands innerhalb der EU und der Nato zu vertreten und spricht zugleich von wachsender Unzufriedenheit in der ungarischen Bevölkerung. Zugleich sieht Balazs in Oppositionspolitiker Peter Magyar eine neue politische Hoffnung, warnt jedoch vor einem schwierigen Übergang nach einem möglichen Machtwechsel.
Schwere Vorwürfe gegen Orban
Der frühere ungarische Außenminister und EU-Kommissar Peter Balazs hat Ungarns Premier Viktor Orban vor der Wahl am 12. April schwere Vorwürfe gemacht.
„Putins wertvollster Agent im Westen ist Viktor Orban. Der Kreml hat keinen besseren Mann, um russische Interessen im Innersten der EU und der Nato zu vertreten“, sagte Balasz dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
„Putin ist bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen, um Orban in seiner Position als russischen Agenten zu halten.“ Orban spiele diese Rolle meisterhaft, so der frühere Außenminister. „Orban weiß genau: Er ist nur ein guter Agent für Putin, Xi Jinping und Donald Trump, solange er in der EU und Nato sitzt.“
Wachsende Unzufriedenheit und neuer Hoffnungsträger
Schon 2018 und 2022 hätten viele Ungarn auf Orbans Abwahl gehofft, so Balasz. „Doch nie war die Unzufriedenheit über die Regierung so groß wie heute“, erklärt er. „Die Ungarn warten sehnsüchtig auf einen Messias – und jetzt betritt Peter Magyar die politische Bühne.“ Viele hätten lange auf diesen Moment gewartet, auf jemanden, der eine echte Chance habe, dem System Orban ein Ende zu bereiten.
Erwartungen an Tisza-Chef Magyar
Balasz rechnet jedoch nicht damit, dass Ungarn unter Tisza-Chef Peter Magyar schnell zum Ukraine-Unterstützer wird. „Ich erwarte eine schrittweise Rückkehr zur Normalität, wenn Tisza die Wahl gewinnt“, so Balasz. „Anfangs wird es einen sehr schwierigen Übergang geben, ähnlich wie in Polen nach der Abwahl der rechtspopulistischen PiS. Doch in Ungarn wird der Übergang viel schwieriger sein, weil Orban loyale Anhänger in allen wichtigen Institutionen platziert hat“, sagte der frühere Außenminister.
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