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Startseite Deutschland & die WeltEU-Parlament lässt umstrittenes Mercosur-Abkommen vom EuGH prüfen
Deutschland & die Welt

EU-Parlament lässt umstrittenes Mercosur-Abkommen vom EuGH prüfen

von Hasepost Redaktion 21. Januar 2026
von Hasepost Redaktion 21. Januar 2026
Europäisches Parlament / Foto: dts
32

Das Europäische Parlament hat beschlossen, das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen vom Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) überprüfen zu lassen. Eine entsprechende Resolution erhielt am Mittwoch 334 Ja-Stimmen, 324 Abgeordnete stimmten dagegen, elf enthielten sich. Befürworter und Gegner des Abkommens bewerten den Schritt höchst unterschiedlich und warnen jeweils vor negativen Folgen für Europas Rolle in der Weltwirtschaft.

Knappes Votum im Parlament und scharfe Kritik

Für die Resolution zur Anrufung des EuGH stimmten 334 Abgeordnete, 324 waren dagegen, es gab elf Enthaltungen. Das Europäische Parlament will damit prüfen lassen, ob das EU-Mercosur-Abkommen mit EU-Primärrecht vereinbar ist.

Bernd Lange (SPD), Vorsitzender des Handelsausschusses des EU-Parlaments, kritisierte den Beschluss scharf. Er bezeichnete ihn als „absolut unverantwortlich“ und als „Eigentor“. Die Gegner des Abkommens mit dem südamerikanischen Mercosur-Staatenbund sollten seiner Ansicht nach dagegen stimmen, anstatt „unter dem Deckmantel einer rechtlichen Überprüfung Verzögerungstaktiken anzuwenden“, schrieb Lange auf der Plattform X. Der Beschluss sei „sehr schädlich für unsere wirtschaftlichen Interessen und unser Ansehen“, erklärte er. „Team Europe begibt sich selbst ins Abseits.“

Unterschiedliche Einschätzungen zur vorläufigen Anwendung

Der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt geht davon aus, dass das Abkommen dennoch vorläufig angewendet werden kann. Es sei gut, dass man nun Sicherheit darüber bekomme, ob das Abkommen in allen Teilen mit EU-Primärrecht vereinbar ist, schrieb er auf der Plattform Bluesky.

Manfred Weber, Partei- und Fraktionschef der EVP, forderte die EU-Kommission auf, das Abkommen vorläufig in Kraft zu setzen. „In der aktuellen geopolitischen Lage kann sich Europa keine Hängepartie leisten. Das Abkommen muss nun vorläufig zur Anwendung kommen, damit dessen Vorteile für unsere Wirtschaft zur Geltung kommen“, sagte Weber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe). Das Europäische Parlament werde nach der Prüfung durch den EuGH das letzte Wort haben. „Das Europäische Parlament hat sich heute nicht inhaltlich zu Mercosur positioniert, sondern über einen Verfahrensantrag abgestimmt.“ Das sei der Versuch, ein „dringend benötigtes Abkommen aus ideologischen Gründen zu verzögern“, kritisierte der EVP-Chef.

Inhalte des Abkommens und Kritik von Bauern und Umweltschützern

Das Abkommen sieht unter anderem Zollsenkungen vor und eröffnet den Zugang zu neuen Märkten für eine breite Palette von Waren und Dienstleistungen. Wichtige Sektoren wie Landwirtschaft, Automobilindustrie, Pharmazie und Chemie sollen nach Darstellung der EU „von verbesserten Handelsbedingungen profitieren“. Darüber hinaus enthält das Mercosur-Abkommen Bestimmungen zur Investitionsförderung und zum Abbau von Handelshemmnissen im grenzüberschreitenden Dienstleistungshandel, insbesondere im Bereich digitaler und finanzieller Dienstleistungen.

Das Freihandelsabkommen steht insbesondere bei Landwirten und Umweltschützern in der Kritik. Bauern protestierten zuletzt in Frankreich und anderen Mitgliedsländern, weil sie fürchten, dass der europäische Markt mit billigeren Lebensmitteln, die unter geringeren Gesundheitsstandards hergestellt würden, geflutet werden könne. Umweltverbände kritisieren, dass das Abkommen die Rodung des Regenwaldes beschleunigen könnte und damit die Erderhitzung weiter befeuert werde.

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Hasepost Redaktion

Die HASEPOST-Redaktion liefert täglich aktuelle Nachrichten für Osnabrück und die Region. Dieser Artikel basiert auf Basismaterial der dts Nachrichtenagentur, das – sofern gekennzeichnet – durch KI bearbeitet wurde. Der Artikel wurde von unserer Redaktion geprüft, inhaltlich bearbeitet und gegebenenfalls um lokale Aspekte oder weiterführende Informationen aus anderen Quellen ergänzt.

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