EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben Péter Magyar zum Wahlsieg in Ungarn gratuliert, nachdem der bisherige ungarische Premierminister Viktor Orbán seine Niederlage eingestanden hat. Nach Hochrechnungen liegt Magyars Partei Tisza deutlich vor der bisherigen Regierungspartei Fidesz, während die Stimmen der Parlamentswahl noch ausgezählt werden.
Glückwünsche aus Brüssel und Paris
Ursula von der Leyen schrieb in sozialen Netzwerken: „Das Herz Europas schlägt heute Abend in Ungarn stärker“. Weiter erklärte die EU-Kommissionspräsidentin: „Ungarn hat sich für Europa entschieden. Europa hat sich schon immer für Ungarn entschieden.“ Zugleich betonte sie, nun kehre ein Land auf seinen europäischen Weg zurück. „Die Union wird stärker“, so die Kommissionpräsidentin (Quelle: soziale Netzwerke von Ursula von der Leyen).
Emmanuel Macron erklärte, er habe mit Peter Magyar gesprochen, um ihm zu seinem Sieg in Ungarn zu gratulieren. „Frankreich begrüßt diesen Sieg als Zeichen der demokratischen Teilhabe, des Bekenntnisses des ungarischen Volkes zu den Werten der Europäischen Union und als Zeichen für Ungarns Stellung in Europa“, schrieb der französische Präsident. „Lassen Sie uns gemeinsam ein souveräneres Europa vorantreiben – für die Sicherheit unseres Kontinents, unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere Demokratie.“ (Quelle: soziale Netzwerke von Emmanuel Macron).
Hochrechnungen sehen Tisza mit Zweidrittelmehrheit
Die Stimmen der Parlamentswahl in Ungarn werden aktuell noch ausgezählt. Nach Hochrechnungen des nationalen Wahlbüros liegt Magyars Partei Tisza klar vorne, während **Viktor Orbán nach 16 Jahren Regierungszeit abgewählt wäre. Bei einem Auszählungsstand von 77,45 Prozent der Stimmen kann Tisza derzeit mit 138 der 199 Sitze rechnen. Damit hätte die neu im Parlament vertretene Partei eine Zweidrittelmehrheit, mit der sie die Verfassung ändern könnte (Quelle: nationales Wahlbüro).
Orbáns Partei Fidesz, die gemeinsam mit dem Regierungspartner KDNP bei der letzten Wahl 135 Sitze gewonnen hatte, würde deutlich verlieren und käme nunmehr auf 54 Abgeordnete. Mi Hazánk Mozgalom steht in der Hochrechnung bei 7 Sitzen (Quelle: nationales Wahlbüro).
Wahlsystem mit Direkt- und Listenmandaten
106 der 199 Sitze im ungarischen Parlament werden über die Erststimmen in Einerwahlkreisen mit einfacher Mehrheit an Direktkandidaten vergeben. Für die übrigen 93 Mandate werden neben der Listenstimmen auch all die Stimmen berücksichtigt, die die unterlegenen Direktkandidaten erhalten haben, sowie all die Stimmen, um die die Wahlkreisgewinner vor den jeweils Zweiplatzierten liegen (Quelle: nationales Wahlbüro).
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