Ab sofort müssen KI-generierte Bilder, Videos und Texte in der EU gekennzeichnet werden.
Ab dem 1. August gelten in der Europäischen Union neue Transparenzregeln für künstliche Intelligenz. Professionell genutzte KI-Inhalte wie Bilder, Videos, Texte oder Werbung müssen künftig als maschinell erzeugt kenntlich gemacht werden. Dies betrifft auch Chatbot-Dialoge, bei denen Nutzer informiert werden müssen, dass sie mit einer KI und nicht mit einem Menschen interagieren, wie die ZEIT unter Berufung auf AFP und dpa berichtet.
Influencer müssen KI-Inhalte kennzeichnen
Privatpersonen sind von der Pflicht ausgenommen, sofern sie die KI nicht beruflich nutzen – Influencer, die mit ihren Beiträgen Geld verdienen, müssen sich hingegen an die Vorgaben halten. Die EU will damit vor allem Deepfakes, also täuschend echt wirkende manipulierte Inhalte, eindämmen. In solchen Videos sollen die Kennzeichnungen laut einem EU-Leitfaden direkt zu Beginn erscheinen, dauerhaft sichtbar bleiben oder in regelmäßigen Abständen eingeblendet werden, wie der Spiegel ergänzend mitteilt.
KI-Anbieter haften für Verstöße bis zu 35 Mio. Euro
Für die Umsetzung sind die KI-Anbieter wie OpenAI, Google oder Meta verantwortlich. Bestehende Systeme haben bis zum 2. Dezember Zeit, die Regeln umzusetzen, während neue Modelle sofort betroffen sind. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder: Bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes sind bei verbotenen Praktiken möglich, wie der MDR und die Tagesschau übereinstimmend berichten.
EU will Desinformation durch KI stoppen
Bei Missachtung der Transparenzpflichten oder mangelnden Sicherheitsvorkehrungen können bis zu 15 Millionen Euro oder drei Prozent des Umsatzes fällig werden. Die EU hofft, mit den Maßnahmen die wachsende Gefahr von Desinformation und Manipulation durch KI einzudämmen. Kritiker wie die Digital-Expertin Anke Domscheit-Berg warnen jedoch vor einem „zahnlosen Tiger“, da die Umsetzung und Kontrolle der Regeln noch viele offene Fragen aufwerfe, wie der MDR weiter berichtet.