Frauen erhalten künftig Unterstützung aus der EU, um den sogenannten Gender-Pay-Gap zu verringern. Grundlage ist die Entgelttransparenzrichtlinie der Europäischen Union, die bis zum 7. Juni dieses Jahres in deutsches Recht umgesetzt werden muss. Arbeitgeber sollen damit verpflichtet werden, Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen offen offenzulegen und zu begründen.
EU-Richtlinie soll mehr Transparenz bringen
Der Arbeitsrechtler Adam Sagan sieht durch die neuen europäischen Vorgaben weitreichende Veränderungen auf Unternehmen und Beschäftigte zukommen. „Gehaltsverhandlungen werden sich in den nächsten Jahren wohl deutlich verändern“, sagte Sagan der Wochenzeitung „Die Zeit“. Das liege an der Entgelttransparenzrichtlinie der EU, die bis zum 7. Juni dieses Jahres in nationales Recht umgesetzt werden müsse. Ihr zufolge gilt: „Arbeitgeber müssen die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen […] offenlegen und begründen“, zitiert „Die Zeit“ aus der Richtlinie.
Bekanntermaßen existiert oft ein Unterschied in der Bezahlung von Frauen und Männern für ein und dieselbe Tätigkeit. Wenn das so bleibe, würden erste Klagen vor den Arbeitsgerichten gute Aussicht auf Erfolg haben, sagte Sagan, der als Professor für Zivilrecht an der Universität Bayreuth lehrt: „Die Verurteilungen werden kommen.“
Mögliche Folgen für Gehaltsentwicklungen
„In vielen Unternehmen lassen sich nicht alle Gehaltsunterschiede hinreichend erklären“, sagte Sagan weiter in „Die Zeit“. Zu erwarten sei, „dass die Vergütung von Männern künftig langsamer steigen wird und Frauen bei Gehaltssteigerungen auf absehbare Zeit überproportional profitieren“, so Sagan. Dadurch ließen sich geschlechtsbedingte Unterschiede in den Gehältern langsam reduzieren.
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