Deutschland kommt bei der Energiewende voran, erreicht aber noch nicht das für Klimaschutz und Energiesouveränität nötige Tempo. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Energiewende-Monitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), über den die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben) berichten. Der Monitor untersucht die Entwicklung zentraler Energiewendetechnologien im zweiten Halbjahr 2025.
DIW sieht Fortschritte, warnt aber vor Bremskurs
Studienautor Wolf-Peter Schill, Leiter des DIW-Forschungsbereichs „Transformation der Energiewirtschaft“, mahnt angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen zu mehr Tempo beim Umbau des Energiesystems. „Die Politik sollte die günstigen Rahmenbedingungen nutzen, statt auf die Bremse zu treten“, sagte Schill laut Funke-Mediengruppe. „Auch wenn die Stromnachfrage derzeit langsamer steigt als erwartet: Der Strom wird später fehlen, wenn die Erneuerbaren jetzt nicht kräftig ausgebaut werden.“
Ausbau von Speichern und erneuerbaren Energien
Positiv hebt das DIW die „Dynamik bei der Speicherkapazität der Großbatterien“ hervor. Im zweiten Halbjahr 2025 sei diese um 0,8 Gigawattstunden gestiegen, ein Zuwachs von gut 25 Prozent, heißt es im Energiewende-Monitor. Großbatterien sichern überschüssigen Solar- und Windstrom für Zeiten geringerer Produktion. Die zunehmende Batteriekapazität dürfte laut DIW dazu beigetragen haben, dass „die Zahl der Stunden mit negativen Großhandelspreisen im zweiten Halbjahr 2025 deutlich zurückgegangen ist“.
Auch bei der Photovoltaik registriert das DIW einen großen relativen Zuwachs. Die installierte Leistung betrage nun 117 Gigawatt, etwas mehr als die Hälfte der für 2030 vorgesehenen Leistung. Windkraft an Land sei 2025 ebenfalls gewachsen, der Abstand zum Ziel, wie es im Erneuerbare-Energien-Gesetz beschrieben ist, sei hier jedoch noch größer. „Bei der Energiewende sehen wir Fortschritte in vielen Bereichen, aber nicht das Tempo, das für Klimaschutz und Energiesouveränität wünschenswert wäre“, sagte Schill laut Funke-Mediengruppe.
Wärmepumpen und E-Verkehr mit steigender Tendenz
Im Wärmemarkt verzeichnet der Bericht einen deutlichen Zuwachs bei elektrischen Heizsystemen. Bei Heizungen entfiel laut Energiewende-Monitor 2025 fast die Hälfte der Neuinstallationen auf elektrische Wärmepumpen. Insgesamt habe ihre Zahl 2,2 Millionen Anlagen erreicht.
Auch im Verkehrssektor sieht das DIW Fortschritte, wenn auch auf niedrigem Niveau. Im zweiten Halbjahr 2025 seien 4,5 Prozent der Neuanmeldungen auf Elektro-Sattelzüge entfallen, fast doppelt so viel wie im ersten Halbjahr. Trotzdem liege der Anteil der neuen E-Fahrzeuge an allen Neuanmeldungen noch niedrig – für Lkw insgesamt bei 10,9 Prozent, für Pkw bei 20,4 Prozent. Die Tendenz sei jedoch deutlich steigend, so der Bericht, über den die Funke-Mediengruppe berichtet.