Das Emsland wird Teil des bundesweiten Wasserstoff-Kernnetzes. Mit der heutigen Vertragsunterzeichnung zwischen dem Landkreis Emsland und der Open Grid Europe GmbH (OGE) wird die Region an die neue Wasserstoffleitung Nordsee-Ruhr-Link III angeschlossen – eine der zentralen Transportachsen der künftigen Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Für das Land Niedersachsen nahm Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne an der Veranstaltung teil.
Infrastruktur für klimaneutrale Industrie wird in Niedersachsen weiter ausgebaut
Minister Tonne: „Die H₂-Kernnetzanbindung im Emsland ist ein klares Signal: Niedersachsen treibt den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft mit Nachdruck voran. Klimaneutrale Industrie braucht verlässliche Infrastruktur. Genau diese Infrastruktur entsteht hier – konkret, planbar und mit einer klaren Perspektive für Unternehmen und Beschäftigte.“
Die rund 122 Kilometer lange Leitung Nordsee-Ruhr-Link III soll ab Ende 2027 in Betrieb gehen. Sie ist Teil des bundesweit rund 9.000 Kilometer umfassenden Wasserstoff-Kernnetzes und verbindet künftig die Küstenregionen mit den industriellen Zentren im Westen Deutschlands.
Ausbau des Wasserstoffnetzes plant auch zukünftige Unternehmen in Versorgung ein
Im Emsland wächst das Wasserstoffnetz bereits bis 2027 auf über 200 Kilometer an und soll perspektivisch bis 2032 eine Länge von rund 300 Kilometern erreichen. Um regionale Unternehmen frühzeitig einzubinden, wurden entlang der Trasse 13 sogenannte T-Stücke eingeplant. Diese Anschlussstellen werden vorsorglich eingebaut, damit Betriebe später ohne erneute Eingriffe in eine bereits betriebene Leitung an das Netz angebunden werden können. Die Finanzierung erfolgt gemeinschaftlich; der Landkreis übernimmt dabei zunächst die Vorleistung.
Landrat Marc-André Burgdorf: „Wir sehen ganz klar die Vorteile eines frühzeitigen Anschlusses und haben darum die strategischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für eine direkte Anbindung an das künftige Wasserstofftransportnetz von Deutschland geschaffen. Die insgesamt 13 T-Stücke haben wir bewusst in Vorleistung geplant, abgestimmt und hierfür die Finanzierung in enger Kooperation mit den Gemeinden vorbereitet. Durch diese Partnerschaft stärken wir die Basis für die energetische Transformation des Emslandes.“
Emsland ist Schlüsselstelle für erneuerbare Wasserstoffwirtschaft in ganz Deutschland
Tonne hob die besondere Rolle der Region hervor: „Das Emsland positioniert sich als zentraler Wasserstoff-Knoten Deutschlands und treibt mit großen Industrie- und Infrastrukturprojekten aktiv die Energiewende voran. Mit hohen Investitionen in Elektrolyseure, Pipelines und innovative Anwendungen entsteht hier eine Schlüsselregion für erneuerbaren Wasserstoff. So wird die Versorgungssicherheit ganz Deutschlands gestärkt, der Aufbau eines nationalen Wasserstoffnetzes entscheidend vorangebracht und ist Voraussetzung für eine Dekarbonisierung der deutschen Industrie.“
Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Region ist zentral für Wasserstoffzukunft in Deutschland
OGE-Geschäftsführer Detlef Brüggemeyer: „Als Gasnetzbetreiber schaffen wir mit dem Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstofftransportinfrastruktur die Verlässlichkeit, die grundlegende Voraussetzung für Investitionen ist. Wir sehen, dass vieles bereit ist für die Wasserstoffzukunft von Deutschland. Wenn Politik, Wirtschaft und Regionen zusammenarbeiten und es weiterhin eine klare Unterstützung für den Wasserstoffhochlauf gibt, dann kann dieser auch gelingen. Das Land Niedersachsen und der Landkreis Emsland nehmen hierbei jetzt schon eine zentrale Rolle ein.“
Ausbau ist grundlegend für nachhaltige Zukunft der Wirtschaft in Deutschland
Die Landesregierung bewertet die Anbindung als wichtigen Baustein für die Dekarbonisierung energieintensiver Branchen und die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen. Ein leistungsfähiges und gut ausgelastetes Kernnetz senkt perspektivisch Transportkosten und stärkt Investitionsentscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Elektrolyseuren über Speicher bis hin zu industriellen Anwendungen.
Mit der heutigen Vertragsunterzeichnung positioniert sich das Emsland als leistungsfähiger Knoten im deutschen Wasserstoff-Kernnetz. Für Niedersachsen ist dies ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer klimaneutralen und zugleich wettbewerbsfähigen Industrie.
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