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Home Deutschland & die WeltEin Jahr danach: Kundgebung erinnert an umstrittene Abschiebung aus Osnabrücker Klinik
Deutschland & die Welt

Ein Jahr danach: Kundgebung erinnert an umstrittene Abschiebung aus Osnabrücker Klinik

by Hasepost 27. Januar 2026
by Hasepost 27. Januar 2026
HASEPOST Redaktion
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Am Mittwoch (28. Januar) rufen die Gruppen No Lager Osnabrück und die Gambia Solidarität des Avanti zu einer Kundgebung in Osnabrück auf. Beginn ist um 17:30 Uhr in der Knollstraße vor dem Ameos Klinikum. Anlass ist der erste Jahrestag der Abschiebung von Lame K. aus einer stationären Behandlung im Ameos. Der Mann leidet bis heute psychisch und körperlich unter den Folgen einer Inhaftierung in Libyen im Jahr 2009, wo er nach Angaben der Initiativen im Gefängnis gefoltert wurde. In der Folge galt er als akut suizidgefährdet.

Bilder, die Empörung auslösten

Die Abschiebung sorgte bereits vor einem Jahr für Aufmerksamkeit. Bilder eines Polizeieinsatzes, der sich sowohl gegen Lame K. als auch gegen anwesende Demonstrantinnen und Demonstranten richtete, verbreiteten sich überregional. Kritisiert wurde damals vor allem die unzureichende Prüfung des gesundheitlichen Zustands von Lame K. sowie die Zusammenarbeit zwischen der Ausländerbehörde und dem Ameos Klinikum. Unter anderem verurteilte der Flüchtlingsrat Niedersachsen das Vorgehen deutlich.

Scharfe Kritik an der Ausländerbehörde

Andrea S. von No Lager richtet schwere Vorwürfe an die beteiligten Behörden: „Die Abschiebung zeigt, wie leichtfertig die Ausländerbehörde Osnabrück bereit ist Menschenleben aufs Spiel zu setzten. […] Kliniken sollten Schutzräume für alle sein. Wir verurteilen daher insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Ausländerbehörde und Ameos.“

Mit der Kundgebung wollen die beteiligten Gruppen auf die Gewalt aufmerksam machen, die ihrer Ansicht nach mit jeder Abschiebung einhergeht. Zugleich soll der Blick auf die Situation nach der Abschiebung gelenkt werden.

Schwieriges Leben nach der Abschiebung

Seit seiner Rückführung lebt Lame K. in Gambia, einem Land, das er nach Angaben der Initiativen seit seinem zwölften Lebensjahr nicht mehr gesehen hatte. Dort verfüge er über keinerlei familiäre, soziale oder wirtschaftliche Anbindung. Nach Angaben der Unterstützer ist er weiterhin auf Hilfe aus Deutschland angewiesen. Lebensnotwendige Medikamente müssten entweder aufwendig aus Deutschland geschickt oder teuer vor Ort in Gambia gekauft werden.

Ameos erneut im Fokus

Das Ameos Klinikum steht nach Angaben der Initiativen immer wieder wegen schwerwiegender Missstände in der Kritik, zuletzt auch im Niedersächsischen Landtag. Zu den Vorwürfen zählen eine systematische Mangelversorgung von Patientinnen und Patienten sowie ein möglicherweise mangelnder Wille zur Aufklärung.

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