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Startseite Deutschland & die WeltDunkelfeldstudie zu Gewalt: Verbände fordern mehr Schutz und Hilfe
Deutschland & die Welt

Dunkelfeldstudie zu Gewalt: Verbände fordern mehr Schutz und Hilfe

von Hasepost Redaktion 10. Februar 2026
von Hasepost Redaktion 10. Februar 2026
Karin Prien bei der Vorstellung einer Dunkelfeldstudie am 10.02.2026 / via dts Nachrichtenagentur
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Nach der Vorstellung einer neuen Dunkelfeldstudie zu Gewalt fordern Fachverbände und Politik weitreichende Konsequenzen. Im Zentrum stehen der Ausbau von Hilfsangeboten, eine bessere strukturelle Absicherung des Unterstützungssystems und ein konsequentes Vorgehen gegen Gewalt, insbesondere gegen Frauen. Sowohl Beratungsstellen als auch Vertreterinnen der Grünen verweisen dabei auf ein massives, bislang vielfach verdecktes Gewaltproblem.

Forderungen nach Ausbau des Hilfesystems

Vor dem Hintergrund der neuen Zahlen fordert der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (BFF) mehr Unterstützung für Betroffene von Gewalt. „Wir brauchen dringend einen Ausbau und die strukturelle und finanzielle Absicherung des Hilfesystems“, sagte Claudia Igney, Referentin des BFF, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). Das 2025 verabschiedete Gewalthilfegesetz sei ein erster Schritt dahin. Dieses sieht ab 2032 einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe für alle von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt betroffenen Frauen vor. „Das muss konsequent und bedarfsgerecht umgesetzt werden“, sagte Igney.
Damit die Gewalt weniger werde, brauche es allerdings weitreichendere Anstrengungen. „Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagte sie. Dazu gehöre ein Ineinandergreifen von Prävention, Unterstützung für Betroffene, Opferschutz und Strafverfolgung, Täterarbeit (z.B. soziale Trainingskurse für gewaltausübende Personen) und Fortbildungen für Fachkräfte im Gesundheitswesen, Bildungseinrichtungen, Polizei und Justiz.

Großes Dunkelfeld bei Partnerschaftsgewalt

Der Studie zufolge ist insbesondere bei Partnerschaftsgewalt das Dunkelfeld groß. „Weniger als fünf Prozent der Gewalttaten gelangen zur Kenntnis der Polizei“, sagte Igney den Funke-Zeitungen. „Umso wichtiger sind niedrigschwellige Hilfsangebote, wie sie z.B. Fachberatungsstellen leisten.“ Deren Unterstützung richte sich danach, was die Betroffene aktuell braucht und möchte. „Wenn die Tat erst vor Kurzem geschehen ist, geht es vielleicht erstmal darum, das Erlebte einordnen zu können, wieder Stabilität im Alltag zu bekommen und die nächsten Schritte zu überlegen.
Bei Partnerschaftsgewalt können Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz wie Kontakt- und Näherungsverbote gegen den gewalttätigen (Ex-)Partner hilfreich sein, oder auch erstmal für ein paar Tage zu einer Freundin zu ziehen und sich in Ruhe weitere Schritte zu überlegen.“ Wenn es gemeinsame Kinder gebe, seien Regelungen zu Umgang und Sorge zu treffen. Für niedrigschwellige Hilfe seien auch Schulungen für alle Berufsgruppen wichtig, die mit Betroffenen in Kontakt kommen, sagte die BFF-Referentin, etwa für medizinisches Personal.
Igney wies zudem darauf hin, dass es insbesondere bei jungen Menschen eine hohe Betroffenheit von Gewalt gibt. „Prävention und Hilfsangebote müssen früh ansetzen“, sagte sie den Funke-Zeitungen, im Kindergarten und in der Schule. „Gesamtgesellschaftlich ist die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Abbau von Machtungleichgewichten wichtig“, so Igney. „Überall da, wo es Machtungleichgewicht und Abhängigkeiten gibt, ist ein Nährboden für Gewalt.“
Konkret nannte sie als Beispiel Vorgesetzte, die ihre Macht ausnützen, und Situationen, in denen Frauen sich wegen finanzieller Abhängigkeiten nicht von ihrem Ehemann trennen könnten. Es gebe viele Stellen, an denen gesamtgesellschaftlich etwas geändert werden müsste. „Zum Teil wird daran gearbeitet, aber zu oft ist das nur punktuell. Schutz vor Gewalt und Hilfe für Betroffene muss Priorität haben, immer. Und nicht nur am 25.11. oder wenn eine neue Studie vorgestellt wird.“

Grüne fordern konsequente Umsetzung des Gewalthilfegesetzes

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann (Grüne) sieht vor dem Hintergrund der Dunkelfeldstudie ein „massives Gewaltproblem“ in Deutschland. „Insbesondere das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen ist erschreckend, sie werden besonders häufig Opfer von Gewalt und sexuellen Übergriffen“, sagte Haßelmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Frauen hätten jahrelang von struktureller Gewalt berichtet, so die Co-Vorsitzende der Grünen im Bundestag. „Sie brauchen mehr Schutz und es ist wichtig, dass sie gehört werden.“
Mit dem Gewalthilfegesetz sei ein wichtiger Schritt gemacht. „Die jetzige Bundesregierung muss das nun konsequent fortsetzen und sich an die Seite der von Gewalt betroffenen Frauen stellen“, forderte Haßelmann. Dafür brauche es eine Stärkung niedrigschwelliger Anlaufstellen, den Ausbau von Angeboten für Frauen in Not und einen besseren Schutz für Frauen und queere Menschen. „Gewalt darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben“, sagte die Grünen-Politikerin.

✨ mit KI bearbeitet

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Hasepost Redaktion

Die HASEPOST-Redaktion liefert täglich aktuelle Nachrichten für Osnabrück und die Region. Dieser Artikel basiert auf Basismaterial der dts Nachrichtenagentur, das – sofern gekennzeichnet – durch KI bearbeitet wurde. Der Artikel wurde von unserer Redaktion geprüft, inhaltlich bearbeitet und gegebenenfalls um lokale Aspekte oder weiterführende Informationen aus anderen Quellen ergänzt.

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