Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wirft der Bundesregierung vor, mit drastischen Kürzungen bei der humanitären Hilfe gegen den Koalitionsvertrag zu verstoßen. DRK-Präsident Hermann Gröhe kritisiert eine Halbierung der Mittel und warnt vor gesellschaftlicher Abstumpfung gegenüber weltweiten Krisen. Zugleich erinnert er an die Verantwortung Deutschlands gegenüber Millionen hilfsbedürftiger Menschen.
DRK-Präsident spricht von „klarer Bruch des Koalitionsvertrages“
Hermann Gröhe
Warnung vor Abstumpfung in der Bevölkerung
Gröhe sieht einen Zusammenhang zwischen den Kürzungen und der Haltung in der Bevölkerung angesichts zahlreicher internationaler Krisen. „Es besteht die Gefahr abzustumpfen“, sagte der DRK-Präsident dem „Tagesspiegel“. Er berichtete von Reaktionen, die ihn persönlich belasteten: „Und es macht mich traurig, wenn ich bei uns höre: Was kümmert ihr euch um den Sudan, helft erst einmal im eigenen Land.“
Dabei verweist Gröhe auf die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes innerhalb Deutschlands. Das DRK sei vor allem für die Menschen im Inland aktiv, von der Kita über den Rettungsdienst bis zur Pflegeeinrichtung.
Verantwortung gegenüber Millionen Hilfsbedürftigen
Zugleich mahnt Gröhe, die Lage der Menschen in Krisenregionen nicht aus dem Blick zu verlieren. „Aber wir dürfen doch die 300 Millionen Menschen, häufig sind es Kinder, nicht vergessen, für die humanitäre Hilfe überlebenswichtig ist“, forderte Gröhe im „Tagesspiegel“. Niemand gehe davon aus, dass Deutschland das gesamte Leid der Welt allein tragen könne. „Aber die Werte unserer Verfassung nehmen uns in die Pflicht, den Beitrag zu leisten, der unserer Wirtschaftskraft entspricht.“
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