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Startseite AktuellDreijährige Mali aus Osnabrück kämpft gegen Krebs – Therapie zählt nicht zur Regelversorgung
AktuellOsnabrück

Dreijährige Mali aus Osnabrück kämpft gegen Krebs – Therapie zählt nicht zur Regelversorgung

von Dominik Lapp 26. Mai 2025
von Dominik Lapp 26. Mai 2025
Die kleine Mali. / Foto: Privat
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Drei Jahre ist Mali alt – ein fröhliches, neugieriges Kind mit strahlenden Augen. Dass sie lebt, grenzt an ein Wunder. Denn Mali aus Osnabrück trägt eine Geschichte in sich, die das Herz schwer macht und zugleich voller Kraft ist: die Geschichte eines kleinen Mädchens, das gegen den Krebs kämpfte – und bislang siegte.

Im Alter von nur 20 Monaten erhielten Malis Eltern eine Diagnose, die ihr Leben für immer veränderte: Hochrisiko-Neuroblastom. Eine seltene, aggressive Krebsform, die fast ausschließlich Kleinkinder trifft. Dazu kommt eine genetische Mutation, die das Risiko eines Rückfalls noch weiter erhöht.

Ein untrügliches Gefühl

Es begann im Sommer 2023. Mali schwitzte nachts stark, ihr Bauch war ungewöhnlich rund, sie war oft blass, müde, fieberte immer wieder und atmete schwer. Doch ihre Lebensfreude blieb – und so auch die Hoffnung, dass alles harmlos sei. Zahlreiche Arztbesuche führten zu keiner Diagnose. „Alles normal“, hieß es immer wieder. Aber das Gefühl der Eltern sagte etwas anderes.

Über Weihnachten verschlechterte sich ihr Zustand drastisch. Nach einem harmlosen Sturz im Januar konnte Mali plötzlich nicht mehr laufen, hatte starke Schmerzen, wurde zusehends schwächer. In der Nacht zum 6. Februar 2024 wurde es kritisch: Sie erbrach sich, atmete kaum noch und konnte kaum die Augen öffnen. In der Notaufnahme dann endlich Klarheit: Die Blutwerte waren alarmierend, ein Ultraschall offenbarte eine Raumforderung an der Nebenniere. Der Verdacht: Neuroblastom.

Der Beginn eines schweren Weges

Nur wenige Stunden später stand die Familie auf der Kinderonkologie – mitten in einer Welt, die von Tapferkeit, Tränen und Hoffen geprägt ist. Es folgte ein intensiver Behandlungsweg: Operationen, Chemotherapien, unzählige Untersuchungen – und eine Hoffnung, die nie aufgegeben wurde. Heute, rund eineinhalb Jahre später, ist Mali offiziell krebsfrei. Doch die Angst bleibt. Denn die Rückfallquote bei dieser Krebsart liegt bei über 50 Prozent – und ein Rückfall gilt oft als nicht heilbar.

Der Kampf geht weiter

Derzeit durchläuft Mali eine Immuntherapie – jeweils zehn Tage lang pro Block. Im September 2025 soll dieser offizielle Abschnitt beendet sein. Bleibt sie stabil, beginnt im November eine experimentelle Impfung in Greifswald: zwölf Impfungen alle zwei Wochen. Die Behandlung ist kostenfrei, doch die Familie muss die Anreise – immerhin rund 500 Kiloemter pro Strecke – sowie Unterkunft und Laboruntersuchungen selbst tragen. Anschließend soll eine personalisierte Impfung in Tübingen folgen – knapp 600 Kilometer entfernt, 14 Impfdurchgänge. Diese individuelle Therapie, speziell auf Malis Tumorprofil abgestimmt, kostet rund 50.000 Euro – Kosten, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden, weil die spezielle Therapie nicht zur Regelversorgung zählt.

Familie sammelte Spenden und verspricht verantwortungsvollen Umgang

Für die Eltern ist klar: Sie kämpfen weiter. Für Mali. Für ihre Zukunft. Eine mittlerweile beendete Spendenaktion wurde außerdem auf der Plattform GoFundMe gestartet, worüber rund 62.000 Euro zusammengekommen sind. Über die Verwendung der Spenden wird auf dem Blog der Familie berichtet, wo es auch weitere Informationen und Malis ganze Geschichte gibt.

„Wir möchten transparent über die Verwendung der Spenden berichten – auf unserem Blog halten wir euch regelmäßig auf dem Laufenden, auch über Malis Weg, Fortschritte und anstehenden Therapien“, schreibt Mama Nadja auf der Spendenseite. „Gleichzeitig bitten wir um Verständnis, dass wir in den kommenden Monaten nicht voll arbeiten gehen können, da die Organisation und Begleitung der Therapien (…) unser Leben bestimmen. Sollten wir in Ausnahmefällen finanzielle Unterstützung auch für den Lebensunterhalt benötigen, um die Versorgung Malis aufrechtzuerhalten, behalten wir uns vor, in Einzelfällen auch dafür Mittel zu verwenden. Wir gehen verantwortungsvoll und offen mit jeder Spende um.“
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Dominik Lapp

Dominik Lapp ist seit 2023 Redaktionsleiter der HASEPOST. Der ausgebildete Journalist und Verlagskaufmann mit Zusatzqualifikation als Medienberater, Social-Media- und Eventmanager war zuvor unter anderem als freier Reporter für die Osnabrücker Nachrichten, die Neue Osnabrücker Zeitung und das Meller Kreisblatt sowie als Redakteur beim Stadtmagazin The New Insider und als freier Autor für verschiedene Kultur-Fachmagazine tätig. Seine größte Leidenschaft gilt dem Theater, insbesondere dem Musical und der Oper, worüber er auch regelmäßig auf kulturfeder.de berichtet.

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