Die 1.236 Gäste der Osnabrücker Mahlzeit waren sich am Freitagabend einig: Dietmar Wischmeyer ist eine Idealbesetzung für das Amt des Osnabrücker Grünkohlkönigs.
Mit stehenden Ovationen wurde die Antrittsrede des neuen Grünkohlkönigs auf der vermutlich wichtigsten Netzwerkveranstaltung der Region gefeiert. Der in Melle, genauer gesagt in Oberholsten, geborene Wischmeyer traf den Ton des Abends – und sorgte dafür, dass die Erinnerungen an den Auftritt seiner Vorgängerin nahezu verblassten.
Es schmeckt! Oberbürgermeisterin Katharina Pötter bei der 71. Grünkohlmahlzeit / Foto: Pohlmann
Zuvor hatte Dietmar Wischmeyer, der unter anderem als „Günter der Treckerfahrer“ bekannt ist, eine Rede gehalten, die vergessen ließ, was noch ein Jahr zuvor seine Vorgängerin Dr. Barbara Hartung vorgetragen hatte – damals als erste weibliche Grünkohlkönigin.
Dietmar Wischmeyer mit Landrätin Anna Kebschull / Foto: Pohlmann
Doch „Barbara I.“ hat dazugelernt. In ihrem Abschiedsinterview mit Verkehrsverein-Vorstand Dr. Felix Osterheider erklärte sie, inzwischen mit den Unterschieden zwischen Grünkohl, Braunkohl und Weißkohl vertraut zu sein – ebenso mit den möglichen Befindlichkeiten zwischen Oldenburgern und Osnabrückern. Ein selbstironischer Rückblick auf einzelne Passagen ihrer Antrittsrede aus dem Vorjahr, die seinerzeit für Diskussionen an Tischen und Theken gesorgt hatten.
Osnabrücks Landtagsabgeordnete Verena Kämmerling (CDU) zusammen mit Volker Witte (Theater Osnabrück und SPD-Ratsfraktion) und Meike Wenzel (CDA-Vorsitzende Osnabrück) / Foto: Pohlmann
Wischmeyer will Osnabrück zum Bundesland erklären
Zweifel an seiner Eignung ließ der neue Grünkohlkönig dagegen gar nicht erst aufkommen. Mit einem Seitenhieb auf Markus Söder schlug Wischmeyer vor, Osnabrück samt Landkreis zu einem eigenen Bundesland zu erklären. „Deutschland braucht mehr, nicht weniger Bundesländer“, erklärte er – und ergänzte mit Blick auf sein neues Amt: „Als König wird man geliebt oder gefürchtet – ich habe mich noch nicht entschieden.“ Im Saal fiel die Entscheidung eindeutig aus: Dieser Grünkohlkönig wird geliebt.
Auch SPD Oberbürgermeister-Kandidat Robert Alferink langt zu bei der Grünkohlmahlzeit / Foto: Pohlmann
Nicolas Fromm übernimmt Vorsitz im Verkehrsverein
Neben der traditionellen Verabschiedung des vorherigen Grünkohlkönigs – beziehungsweise erstmals einer Grünkohlkönigin – kam es in diesem Jahr auch zu einem Wechsel an der Spitze des Verkehrsvereins Osnabrück (VVO). Dr. Felix Osterheider übergab den Vorstandsvorsitz an Nicolas Fromm, Geschäftsleiter Digital der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).
Fromm präsentierte sich auf der Bühne als schlagfertiger Nachfolger von Felix „Es lebe der Grünkohl“ Osterheider.
Dr. Felix Osterheider mit seinem Nachfolger an der Spitze des Verkehrsvereins: Nicolas Fromm / Foto: Pohlmann
Hinter den Kulissen steht im Laufe des Jahres ein weiterer personeller Wechsel an: Rüdiger Kuhlmann, langjähriger Geschäftsführer des Verkehrsvereins, wird zur Jahresmitte in den Ruhestand gehen, kündigte jedoch an, der Grünkohlmahlzeit weiterhin treu zu bleiben.
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