An diesem Wochenende ist Ostern. Die Auferstehung Jesu, die am Osterfest gefeiert wird, ist nicht nur das älteste christliche Fest, sondern auch die Grundlage und der Kern des christlichen Glaubens. Denn im Zuge des Osterfestes entsteht die Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende ist. Durch die traditionsreiche Geschichte von Ostern haben sich deutschlandweit, aber auch international gesehen, viele Bräuche entwickelt.
Osterfeuer ist mehr als nur entspannter Austausch
Das Anzünden des Osterfeuers ist auch in Osnabrück ein weit verbreiteter Brauch. So finden hier bei uns in Osnabrück jährlich öffentliche Osterfeuer statt, bei denen man vor allem im Austausch mit Freunden und Familie zusammenfindet und die besondere Atmosphäre vor dem Ostersonntag genießt. Historisch gesehen geht das Osterfeuer auf eine symbol trächtige Geschichte zurück, in der das Entzünden des Feuers die Finsternis erhellt. Das Symbol des Lichts stellt dabei Jesus Christus selbst dar. Osterfeuer gibt es jedoch nicht nur hier bei uns. Auch in Irland werden in den Hügeln der Highlands zahlreiche Osterfeuer entzündet, die dabei durch den keltischen Glauben beeinflusst die kalte Jahreszeit vertreiben und den Frühling begrüßen sollen.
Ostern als das Fest der besonderen Speisen
Wenn man an Ostern denkt, hat man auch häufig das Osterlamm vor Augen. Ob in Dekoläden oder auch am gedeckten Ostertisch, das Symbol des Lammes taucht immer wieder an Ostern auf. Dies lässt sich auf die frühen jüdischen Einflüsse auf das Christentum zurückführen. Am jüdischen Fest Pessach wird so traditionell ein Lamm geschlachtet. Der Opfertod des Lammes wird dabei im Christentum mit dem Tod Jesu am Kreuz verbunden, der sich für die Menschen stellvertretend opferte. Heute wird meist kein echtes Lamm mehr geschlachtet, aber durch Gebäcke in Form eines Lammes lassen sich immer noch frühe Bräuche am Kaffeetisch finden.
Apropos Kaffeetisch, viele Christinnen und Christen backen heute noch zu Ostern den traditionellen Osterzopf. Das heute noch oft beim Osterfrühstück zu findende Gebäck wird traditionell auch zum Fastenbrechen genutzt. Manche Christinnen und Christen überraschen am Karfreitag schon kranke oder alte Nachbarinnen und Nachbarn, um ihnen eine Freude zu bereiten.
Traditioneller Ausritt zu Ostern?
Die sorbische Gemeinschaft in der Oberlausitz in Sachsen bildet eine slawische Minderheit in Deutschland, die mit eigener Sprache und Kultur viele eigene Bräuche und Traditionen besitzt. Am Ostersonntag reiten sorbische Männer traditionell in das Nachbardorf, um die freudige Botschaft der Auferstehung Jesu kundzutun. Dabei werden Osterlieder oder Bibeltexte vorgetragen. Gut zu erkennen, sind die Osterreiter dabei auch: Gekleidet mit schwarzem Mantel, Zylinder und weißen Handschuhen werden sie am Ostersonntag schon früh von Bewohnerinnen und Bewohnern erkannt. Dieser alte Osterbrauch ist dabei Zeichen für die sorbische Identität aus Gemeinschaft, Tradition und Glauben.
Was hat es eigentlich mit dem Hasen an Ostern auf sich?
Auch nicht zu vergessen bei den Osterbräuchen, ist natürlich der Osterhase. Warum der Hase symbolisch Ostern verkörpert, ist dabei nicht eindeutig geklärt. Eine weit verbreitete Theorie ist, dass der Hase eines der ersten Tiere ist, die im Frühling aktiv werden. Der Hase verkörpert dabei Fruchtbarkeit und Lebendigkeit schlechthin und wird somit als Sinnbild für die Auferstehung Jesu gesehen. Spätestens durch die Entdeckung des Hasen durch die Spielzeugindustrie ist jedoch klar, dass Ostern und Hasen einfach zusammengehören.
Nicht nur in Deutschland spielen Kinder kreative Spiele mit Ostereiern
Gleichzeitig verteilt der Osterhase natürlich die Ostereier, die von den Kindern an den Festtagen fleißig gesucht werden. Auch das Osterei kann als Sinnbild für die Auferstehung Jesu gesehen werden, da innerhalb der harten Schale neues Leben heranwächst. In Frankreich werfen Kinder im Zuge des Osterbrauchs die Ostereier in die Luft. Wessen Ei zuerst auf den Boden fällt, verliert. Auch in Bulgarien ist dieser Brauch leicht abgewandelt zu finden. Die Ostereier werden von den Kindern geworfen. Wenn das Ei dabei nicht kaputt geht, gibt es einen glücklichen Gewinner. Zusätzlich wird das erste rot gefärbte Osterei in Bulgarien von der ältesten Frau im Haus genutzt, um den Kindern damit durch das Gesicht zu streichen. Dies soll traditionell Glück und Stärke bringen. Historisch steht nämlich die rot gefärbte Farbe der Ostereier für das Blut Christi.
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