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Startseite Deutschland & die WeltDiakonie unterstützt Merz-Reformkurs, warnt vor Drohkulisse
Deutschland & die Welt

Diakonie unterstützt Merz-Reformkurs, warnt vor Drohkulisse

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 27. August 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 27. August 2025
Rente und Bürgergeld / dts
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Die Diakonie Deutschland unterstützt grundsätzlich die Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die sozialen Sicherungssysteme „zukunftsfest“ zu machen, warnt jedoch vor der Erzeugung von Angst. Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch fordert breite gesellschaftliche Unterstützung für Reformen und kritisiert die fehlende Einbindung der Wohlfahrtsverbände in die Arbeit von Reformkommissionen. Zudem plädiert er für den Abbau von Bürokratie und betont die Bedeutung sozialer Sicherheit.

Diakonie unterstützt Ziel von Reformen, warnt aber vor „Drohkulisse“

Die Diakonie Deutschland stellt sich grundsätzlich hinter die Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die sozialen Sicherungssysteme „zukunftsfest“ zu machen. Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch warnte Merz aber zugleich davor, eine „Drohkulisse“ aufzubauen. „Der Kanzler braucht am Ende nicht nur eine politische Mehrheit für seine Reformen, sondern auch eine gesellschaftliche“, sagte Schuch der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe). Ohne den Rückhalt der Menschen könne ein Umbau nicht gelingen. „Merz sollte den Leuten keine Angst machen“, so Schuch. „Mit dem Ziel des Bundeskanzlers sind wir absolut einverstanden. Ob die Herangehensweise die richtige ist, daran habe ich allerdings meine Zweifel“, sagte Schuch.

Verbände fordern Einbindung und warnen vor Bevormundung

Schuch kritisierte zudem, dass die Regierung die Wohlfahrtsverbände nicht in ihre verschiedenen Kommissionen zur Reform der sozialen Sicherungssysteme berufen habe. „Wir sind diejenigen, die täglich vor Ort Sozialarbeit leisten und deshalb aus der Praxis berichten können, was funktioniert und was nicht“, so Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch. „Stattdessen haben wir das Gefühl, dass der Kanzler und seine Koalition einen eher paternalistischen, bevormundenden Ansatz bevorzugen, bei dem der Staat Reformen von oben verordnet.“

Zu den Spitzenvereinigungen der freien Wohlfahrtspflege zählen neben der Diakonie mit ihren fast 630.000 Festangestellten unter anderem auch die Caritas und das Rote Kreuz. Zusammen genommen betreibt die Branche rund 105.000 soziale Einrichtungen in Deutschland, darunter etwa Krankenhäuser, Kindergärten sowie Alten- und Pflegeheime. Mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 200 Milliarden Euro tragen die Verbände gut fünf Prozent zur gesamtwirtschaftlichen Leistung des Landes bei.

Appell: Bürokratie abbauen und Vertrauen sichern

Schuch plädierte dafür, insbesondere das bestehende Dickicht aus zahllosen, sich teilweise überschneidenden Angeboten zu lichten und Sozialleistungen zu bündeln. „Dieses bürokratische Wirrwarr ist nämlich wahnsinnig teuer und führt zudem dazu, dass alle den Überblick verlieren. Ergebnis ist, dass Menschen Leistungen nicht nutzen, auf die sie eigentlich einen Anspruch haben. Das kann nicht im Ernst gewollt sein“, sagte er. Grundsätzlich gelte: „Der Staat darf neben der äußeren und der inneren Sicherheit die soziale Sicherheit nicht vergessen.“ Wenn die Menschen kein Vertrauen hätten, dass ihnen in der Not geholfen wird, „machen alle Reformen keinen Sinn“, so der Verbandschef.

Der Kanzler hatte am vergangenen Wochenende behauptet, der Sozialstaat sei in der bisherigen Form nicht mehr finanzierbar. Deshalb seien Reformen unumgänglich.

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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