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Startseite AktuellDiagnose Blutkrebs: Annett sucht einen Spender
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Diagnose Blutkrebs: Annett sucht einen Spender

von Hasepost 4. August 2021
von Hasepost 4. August 2021
Annett sucht einen Spender.
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Vor vier Wochen erhielt Anett aus dem ostfriesischen Esens die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Nur eine passende Stammzellspenderin oder ein passender Stammzellspender kann das Leben der aus Osnabrück stammenden Annett retten.

Mithilfe der DKMS sucht die Familie nun nach einer geeigneten Spenderin oder einem geeigneten Spender. Ihr Mann und ihre Kinder bitten: „Annett ist die großartigste und liebenswerteste Mutter und Frau, die wir uns wünschen können. Sie hat uns Kinder auf den richtigen Weg gebracht, hat ihr ganzes Leben hart und ausdauernd gearbeitet und uns immer viel gegeben. Mit ihrem kleinen Hotel ist sie vor Corona nicht verschont geblieben und nun das nächste harte Schicksal. Bitte lasst Euch registrieren, rettet Annett und schenkt ihr und anderen Blutkrebspatienten Hoffnung auf ein zweites Leben!“

Jährlich rund 13.700 Erkrankungen

„Blutkrebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, bei denen Blutzellen entarten und sich unkontrolliert vermehren. Diese entarteten, bösartigen Zellen verdrängen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten)“, informiert die DKMS auf ihrer Homepage. Pro Jahr erkranken in Deutschland rund 13.700 Menschen an Blutkrebs, im Mittel Menschen zwischen 60 und 70 Jahren. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen.

Die Prognose für Menschen mit Blutkrebs (auch Leukämie genannt) ist von der Krankheitsform und vom Diagnosealter abhängig: Betroffene mit Diagnose im Kindesalter haben mit Abstand die besten Überlebensaussichten, während bei den Erwachsenen die akuten Formen weiterhin eine eher schlechte Prognose haben. Insgesamt leben zehn Jahre nach Diagnosestellung noch etwas mehr als ein Drittel der erkrankten Erwachsenen. Bei einer chronischen Leukämieerkrankung ist eine Heilung nur selten zu erzielen, z. B. mittels einer Stammzelltransplantation.

Über 94.000 „zweite Leben“ ermöglicht

Die DKMS erfasst weltweit knapp elf Millionen registrierte Spenderinnen und Spender weltweit. Über 94.000 „zweite Leben“ konnten dadurch bereits ermöglicht werden. Eine Registrierung ist einfach und online möglich. Die DKMS erklärt: „Über unser Online-Formular kannst du dir das Registrierungsset ganz bequem nach Hause schicken lassen. Mit den beigefügten Wattestäbchen nimmst du jeweils einen Abstrich deiner Wangenschleimhaut und schickst die Stäbchen samt unterschriebener Einverständniserklärung an unser Labor zurück. Nach der Registrierung werten wir die relevanten Gewebemerkmale im Labor aus und stellen anschließend das Ergebnis der Probe pseudonymisiert für den weltweiten Patientensuchlauf zur Verfügung.“

Zum Ablauf einer Stammzellspende erklärt die DKMS: „Es gibt zwei verschiedene Methoden, Stammzellen zu spenden: die periphere Stammzellentnahme und die Knochenmarkentnahme. Die periphere Stammzellentnahme kommt mit circa 80 Prozent am häufigsten zum Einsatz. Bei dieser Methode werden die Stammzellen über ein spezielles Verfahren (Apherese) aus dem Blut gewonnen. Die Ärztin oder der Arzt legt dazu jeweils einen Zugang in beide Armvenen, ähnlich der Blutspende. Zuvor erhalten alle Spender:innen über fünf Tage hinweg ein Medikament mit dem Wachstumsfaktor G-CSF. Der hormonähnliche, körpereigene Stoff G-CSF sorgt für eine vermehrte Produktion von Stammzellen und deren Ausschwemmung in die Blutbahn. Die periphere Stammzellentnahme dauert normalerweise drei bis höchstens fünf Stunden. In der Regel können unsere Spender:innen die Entnahmeklinik noch am selben Tag verlassen. Nur sehr selten wird ein zweiter ambulanter Entnahmetag notwendig.“

Die seltenere Knochenmarkentnahme kommt hingegen bei etwa 20 Prozent der Stammzellspenden zum Einsatz. „Bei der Knochenmarkentnahme wird den Spender:innen in einer zertifizierten Entnahmeklinik unter Vollnarkose circa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Das sind etwa fünf Prozent des Gesamtknochenmarks. Das Knochenmark regeneriert sich innerhalb weniger Wochen. Im Anschluss an die Knochenmarkentnahme ist es möglich, dass für wenige Tage ein lokaler Wundschmerz auftritt, ähnlich dem bei einer Prellung. Zur Knochenmarkentnahme bleiben unsere Spender:innen normalerweise für ein bis zwei Nächte im Krankenhaus. Anschließend raten unsere Ärzt:innen dazu, sich nach Rücksprache mit der Entnahmeklinik noch einige wenige Tage zu Hause zu erholen. Das gesundheitliche Risiko der Knochenmarkentnahme ist gering. Es beschränkt sich im Wesentlichen auf das allgemeine Risiko, das mit jeder Operation unter Vollnarkose einhergeht. Um vermeidbare Risiken auszuschließen, hat für uns die sorgfältige medizinische Voruntersuchung unserer Spenderinnen und Spender höchste Priorität.“

Unterstützung durch Geldspenden möglich

Eine Unterstützung der DKMS ist auch durch Geldspenden möglich. Zwar konnten die Kosten für eine Registrierung inzwischen von anfänglich 600 DM auf 35 Euro gesenkt werden, doch nach wie vor müssen diese Kosten getragen werden. Für die Registrierungskosten kommt derzeit der Verein zur Hilfe leukämiekranker Kinder (Leukin) auf. Geldspenden werden daher für die Registrierungskosten genutzt und außerdem für Wissenschaft und Forschung eingesetzt.

Titelbild: Annett sucht einen Spender.

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