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Startseite Deutschland & die WeltDeutschland soll Führungsrolle in Nato-Verteidigung übernehmen
Deutschland & die Welt

Deutschland soll Führungsrolle in Nato-Verteidigung übernehmen

von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 20. Juni 2025
von mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet 20. Juni 2025
Johann Wadephul am 27.05.2025 / via dts Nachrichtenagentur
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Außenminister Johann Wadephul (CDU) ruft wenige Tage vor dem Nato-Gipfel in Den Haag zu einer stärkeren Führungsrolle Deutschlands in der Verteidigungspolitik des Bündnisses auf. Im Gespräch mit dem „Spiegel“ betont er die Notwendigkeit, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen und die Sicherheitspolitik offensiv zu kommunizieren. Wadephul spricht dabei auch über persönliche Herausforderungen und Zusammenarbeit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Forderung nach Führungsrolle und höheren Verteidigungsausgaben

Johann Wadephul (CDU), Außenminister, hat sich wenige Tage vor dem anstehenden Nato-Gipfel in Den Haag für eine stärkere Führungsrolle Deutschlands innerhalb des Bündnisses ausgesprochen. „Deutschland muss ein Vorbild sein, wir müssen bereit sein zu führen. Es liegt an uns, das Notwendige für unsere Sicherheit zu tun und die Nato zusammenzuhalten“, sagte der CDU-Politiker dem „Spiegel“. Wadephul zeigte sich zuversichtlich, dass die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten sich darauf einigen werden, die Ausgaben für Verteidigung und verteidigungsrelevante Infrastruktur auf fünf Prozent zu steigern. Das Gipfeltreffen findet in der kommenden Woche in Den Haag statt.

Offensivere Kommunikation zur Sicherheitslage

Darüber hinaus forderte Johann Wadephul die Bundesregierung und die Parteien des Regierungsbündnisses dazu auf, den neuen Kurs in der Verteidigungspolitik offensiver zu vertreten. „Wir müssen noch viel mehr über unsere Sicherheit reden. Jetzt beginnt Phase zwei der Zeitenwende. Wir sollten den Bürgerinnen und Bürgern deutlich sagen, dass ohne ein großes Investitionsprogramm in unsere Verteidigung Deutschland und Europa in der Zukunft nicht sicher sein werden“, sagte er dem „Spiegel“. Zu den notwendigen Maßnahmen zähle neben mehr Personal in der Bundeswehr auch eine deutliche Stärkung des Zivilschutzes: „Das ist eine große Vermittlungsaufgabe für uns in der Regierung“, so Wadephul. Er unterstützte als erstes Mitglied der Bundesregierung die Forderung von US-Präsident Donald Trump, die Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent zu erhöhen, was aktuell knapp die Hälfte des Bundeshaushalts bedeuten würde.

Persönlicher und politischer Hintergrund

Zu den Herausforderungen seines Amtes sagte Johann Wadephul mit Blick auf den Krieg zwischen Israel und Iran im Gespräch mit dem „Spiegel“: „In der Form habe ich das nicht kommen sehen. Aber wenn man mit einer so dramatischen Situation konfrontiert ist, bleibt keine Zeit für die Rückschau.“ Trotz der gestiegenen Anforderungen achte er darauf, neben dem Ministeramt Zeit für Privates zu haben. „Das ist schwieriger geworden, aber mein Familienleben ist mir sehr wichtig. So versuche ich beispielsweise, mit meiner Frau weiterhin den Wochenendmarkt in meinem Heimatort oder Theateraufführungen in Hamburg zu besuchen“, sagte er.

Johann Wadephul ist verheiratet, Vater von drei Kindern und lebt mit seiner Familie im schleswig-holsteinischen Molfsee bei Kiel. Der 62-Jährige steht seit Anfang Mai dem Auswärtigen Amt vor und ist damit der erste Außenminister mit CDU-Parteibuch seit 1966.

Im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betonte Wadephul: „Wir bespielen unterschiedliche Ebenen und ergänzen uns. Das ist das Normalste der Welt. Der Bundeskanzler vertraut mir, ich vertraue ihm. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass ich meine Arbeit machen kann“, so Wadephul im „Spiegel“. „Die allermeisten unserer Gespräche laufen so ab, dass der Kanzler mich nach meiner Meinung fragt“, sagte er. Auf die Frage, ob er dem Kanzler auch widerspreche, sagte Wadephul: „Ich habe weder zu Oppositionszeiten noch seit der Regierungsübernahme Anlass gehabt, Friedrich Merz groß zu widersprechen. Ich habe aber auch kein Problem damit zu akzeptieren, dass er der Regierungschef ist und über die Richtlinienkompetenz verfügt.“

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mit Material von dts Nachrichtenagentur, bearbeitet

Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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