Erstmals seit 1988 gewinnen Demokraten in Texas einen Senatssitz.
Erstmals seit fast 40 Jahren haben die Demokraten in Texas einen Sitz im US-Senat erobert. Ihr Kandidat James Talarico setzte sich gegen den republikanischen Gegenkandidaten Ken Paxton durch, wie mehrere US-Sender wie NBC News und CBS News auf Basis von Hochrechnungen und ersten Auszählungen berichteten. Texas galt jahrzehntelang als republikanische Hochburg, was den Sieg der Demokraten besonders symbolträchtig macht. Laut t-online.de und dem Tagesspiegel handelt es sich um den ersten demokratischen Sieg in einem landesweiten Rennen in Texas seit 32 Jahren. Der Tagesspiegel betont, dass dies der erste demokratische Senatssieg im Bundesstaat seit 1988 sei, während t-online von einer 32-jährigen Serie von Niederlagen spricht – eine leichte Abweichung in der historischen Einordnung, die jedoch die Bedeutung des Erfolgs nicht schmälert.
Korruptionsskandale belasten Trumps Kandidaten
Der 37-jährige Talarico, der zuvor als Lehrer und Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Texas arbeitete, nutzte im Wahlkampf Themen wie bezahlbares Leben und den Kampf gegen Korruption. Sein Kontrahent Paxton, ein von US-Präsident Donald Trump unterstützter Kandidat, stand im Fokus von Skandalen, darunter Vorwürfe wegen Korruption und Amtsmissbrauch. Paxtons private Probleme, wie die Trennung von seiner Frau, die ihm Untreue vorwarf, belasteten seinen Wahlkampf zusätzlich, wie t-online und der Tagesspiegel übereinstimmend berichten. Trump hatte sich persönlich für Paxton eingesetzt und den Bundesstaat während seiner Wahlkampftour mehrfach besucht, um für den Republikaner zu werben.
Demokraten erobern republikanische Hochburgen
Der Sieg Talaricos ist nicht nur für Texas von Bedeutung, sondern unterstreicht einen bundesweiten Trend: Die Demokraten gewannen bei den Midterms 2026 die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses, wie die Tagesschau unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AP meldet. Dies erschwert die Arbeit für Präsident Trump, der künftig mit einem von der Opposition dominierten Kongress zusammenarbeiten muss. Auch in anderen traditionell republikanischen Bundesstaaten wie Kansas oder North Carolina konnten die Demokraten Senatssitze erobern, wie der Tagesspiegel und Reuters berichten. In Kansas gewann der Demokrat Adam Hamilton, ein methodistischer Pastor, gegen den von Trump unterstützten Roger Marshall – der erste demokratische Senator aus Kansas seit 94 Jahren.
US-Wählerschaft zeigt dynamische Machtverschiebungen
Die politischen Verschiebungen zeigen, wie dynamisch die US-Wählerschaft agiert. Metin Hakverdi, Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, betonte gegenüber der dpa, dass sich politische Kräfteverhältnisse schnell ändern könnten – selbst in vermeintlich sicheren Hochburgen. Die Bundesregierung wolle daher den Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen in den USA aufrechterhalten. Trump selbst räumte in einem Interview mit Fox News ein, dass der Iran-Krieg eine Rolle bei den Verlusten seiner Partei gespielt habe, wie die Tagesschau berichtet.