Der Dax hat am Donnerstag seine Verluste im Verlauf des Vormittags ausgeweitet und ist bis zur Mittagszeit deutlich ins Minus gerutscht. Belastet wird der Markt nach Einschätzung von Experten vor allem durch Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten und dessen möglichen Folgen für Energiepreise, Inflation und Konjunktur.
Dax rutscht weiter ab
Der deutsche Leitindex Dax lag gegen 12:30 Uhr bei 22.825 Punkten und damit 2,0 Prozent unter dem Schlussniveau des vorherigen Handelstags. An der Spitze der Kursliste rangierten Eon, die Deutsche Börse und Brenntag, am Ende die Deutsche Telekom, Infineon und Siemens Energy.
Analyst: Mehrere Risiken verunsichern Anleger
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, sprach von einer insgesamt angespannten Lage. „Die Anleger haben es derzeit mit einer Reihe an Unwägbarkeiten zu tun“, sagte Lipkow laut CMC Markets. Es lasse sich aktuell nicht abschätzen, welche mittel- bis langfristigen Auswirkungen der Krieg im Nahen Osten auf Lieferketten, Preise, Inflation und Konjunktur haben werde. „Zum einen bleiben die Ölpreise hoch und liegen mit Notierungen deutlich über 100 US-Dollar in einem kritischen Bereich. Zum anderen sind auch die Preise für Düngerprodukte stark gestiegen und sorgen bereits für erhebliche Preissteigerungen bei einzelnen Lebensmittelgruppen im Großhandel.“
Auch die geldpolitische Situation sorge für zusätzliche Unsicherheit. „Die Notenbanken befinden sich in einer sehr unkomfortablen Position, da sie in der aktuellen Situation wenig bis keinen Spielraum für Zinsschritte haben“, so Lipkow laut CMC Markets. „Zinssenkungen könnten die Inflation befeuern und Zinserhöhungen die Wirtschaft bremsen.“
Vor diesem Hintergrund halte sich der Dax nach Einschätzung des Analysten noch vergleichsweise gut. Vor allem die Erwartung einer Entspannung der Lage stütze die Kurse. „Die Nervosität entlädt sich derzeit insbesondere bei den Edelmetallen und in vereinzelten Sektoren am Aktienmarkt. Somit liegen die zinssensitiven Unternehmen wie Banken und Technologietitel in der Verlustzone. Gesucht werden dagegen Energiewerte und die defensiven Branchenaktien“, sagte Lipkow laut CMC Markets.
Euro schwächer, Ölpreis steigt deutlich
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Donnerstagmittag schwächer. Ein Euro kostete 1,1516 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8684 Euro zu haben.
Parallel dazu legten die Ölpreise deutlich zu. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 108,40 US-Dollar. Das waren 7,2 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
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