Der Dax hat zum Wochenstart deutliche Verluste verzeichnet. Der deutsche Leitindex schloss am Montag im Xetra-Handel mit 24.638 Punkten und damit 2,6 Prozent niedriger als am vorherigen Handelstag. Parallel dazu verteuerten sich Öl und Gold, während der Euro gegenüber dem US-Dollar nachgab.
Aktienmärkte reagieren moderat auf Eskalation im Nahen Osten
Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Dax am Montag mit 24.638 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 2,6 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Trotz des deutlichen Abschlags bewertet Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, die Marktreaktion als insgesamt begrenzt. "Auch wenn heute ein dickes Minus im Dax auf der Frankfurter Anzeigetafel aufleuchtet, fallen die Reaktionen an den Finanzmärkten auf die Eskalation im Nahen Osten alles in allem doch eher moderat aus", sagte Lipkow laut CMC Markets.
"In Anbetracht der stark steigenden Energiepreise hätten die Kursverluste rund um den Globus durchaus höher ausfallen können. Investoren schauen jetzt explizit darauf, wie lange das höhere Preisniveau in den Rohölsorten anhalten und wie sich das Währungspaar Euro/US-Dollar weiter entwickeln wird", so Lipkow weiter (CMC Markets).
Konjunkturrisiken durch Ölpreis und Konfliktdauer
Lipkow verwies laut CMC Markets auf Einschätzungen aus den USA: "US-Präsident Trump geht derzeit offiziell von einer potenziellen Dauer des militärischen Konflikts von vier bis fünf Wochen aus. Dies wäre für die europäische Konjunktur insgesamt verkraftbar. Rohölpreise zwischen 80 und 85 US-Dollar dürften vorerst keine größeren Verwerfungen hervorrufen. Erst wenn es zu dramatischeren Steigerungen auf über 100 US-Dollar kommen und dieses Preisniveau über mehrere Monate anhalten sollte, wäre das ein ernstzunehmender Einflussfaktor für die konjunkturelle Entwicklung in Europa."
Auch die Auswirkungen auf andere Weltregionen ordnet Lipkow ein: "Auch in Asien hängen Länder wie Japan und China von externen Öllieferungen ab. Eine lang anhaltende Störung der Lieferketten würde damit die globale Konjunkturentwicklung ausbremsen und die Inflation erneut beflügeln. US-Unternehmen sind dagegen weniger direkt von der Eskalation im Nahen Osten betroffen. Die USA haben sich in den vergangenen Jahren durch das Fracking-Verfahren zu einem Nettoexporteur für Rohölprodukte entwickelt. Das lässt die wirtschaftliche Situation in den USA im Gegensatz zu Europa und China deutlich anders aussehen. Auch deshalb kann die Wall Street die vorbörslichen Verluste fast wieder ganz aufholen."
Noch sehe man krisentypische Marktreaktionen auf die geänderte Lage im Nahen Osten, so Lipkow laut CMC Markets. Die Situation müsse weiter beobachtet und dürfe keineswegs unterschätzt werden. "Insbesondere die diplomatischen Positionierungen von Russland und China sind hier wichtige Einflussfaktoren", sagte Lipkow.
Währungs-, Gold- und Ölmarkt in Bewegung
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Montagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1677 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8564 Euro zu haben.
Der Goldpreis konnte profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 5.307 US-Dollar gezahlt, ein Plus von 0,6 Prozent. Das entspricht einem Preis von 146,11 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 77,98 US-Dollar, das waren 7,0 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
✨ mit KI bearbeitet