Der Dax hat sich am Dienstag nach einem schwächeren Start bis zur Mittagszeit wieder an sein Vortagesniveau angenähert. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.975 Punkten berechnet und lag damit 0,1 Prozent unter dem Schlussstand vom Vortag. Belastet wurde die Stimmung vor allem durch die Zollstreitigkeiten mit den USA und enttäuschende Unternehmenszahlen.
Zollstreit und Quartalszahlen verunsichern Anleger
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, sprach von einer klar spürbaren Nervosität an der Börse. „Die Anleger in Frankfurt drücken ihre Verunsicherung über die Zollstreitigkeiten mit den USA und unter den Erwartungen liegende Quartalszahlen zweier Dax-Unternehmen mit Verkäufen aus“, sagte Lipkow laut CMC Markets.
„Was die Zölle angeht, hat sich die Situation in den vergangenen Stunden erneut verändert, und dies führt auch zu einem eskalierenden Momentum zwischen der Europäischen Union und den USA. Die zentrale Frage lautet, wie ein Abkommen zwischen den beiden Wirtschaftszonen vereinbart werden kann, wenn es keine Klarheit gibt“, so Lipkow weiter nach Angaben von CMC Markets.
Zusätzlich belaste weiterhin die Situation im Nahen Osten sowie der zunehmende Druck auf die Softwarebranche durch das Vorrücken der Künstlichen Intelligenz die Stimmung, hieß es. Der Aktienmarkt werde derzeit von zu vielen unterschiedlichen Seiten in die Zange genommen.
MTU und Fresenius Medical Care verlieren, Versorger und Autobauer gefragt
Lipkow verwies besonders auf zwei Dax-Unternehmen: „Die Aktien von MTU Aero und Fresenius Medical Care notieren im Minus, nachdem die Jahresprognosen beider Unternehmen nicht mehr überzeugen konnten. Bei MTU drücken zusätzlich die Kosten auf die Gesamtmarge und beeinflussen schlussendlich die freien Barmittel.“
Auf der anderen Seite gebe es auch Gewinner im Leitindex. „Auf der Gewinnerseite liegen die Aktien der Versorger und der Autobauer. Zusätzlich bleiben die Rückversicherungstitel gefragt. Von den Dax-40-Unternehmen befinden sich aktuell 22 auf der Gewinnerseite. Die Investoren bleiben trotz aller Zurückhaltung noch verhalten optimistisch“, sagte Lipkow laut CMC Markets.
Währungen, Gold und Öl unter Druck
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Dienstagnachmittag etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1783 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8487 Euro zu haben.
Auch am Rohstoffmarkt überwogen Rückgänge. Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 5.177 US-Dollar gezahlt (-1 Prozent). Das entsprach einem Preis von 141,25 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis sank unterdessen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 71,35 US-Dollar, das waren 14 Cent oder 0,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
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