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Startseite AktuellCorona macht es möglich: Osnabrück verlegt Theater und OsnabrückHalle unter den Domhof [Update]
AktuellOsnabrück

Corona macht es möglich: Osnabrück verlegt Theater und OsnabrückHalle unter den Domhof [Update]

von Heiko Pohlmann 1. April 2021
von Heiko Pohlmann 1. April 2021
Ein Oberlicht verrät den Domhof-Bunker
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Der Boden unter der Hansestadt gleicht einem Schweizer Käse. Zwar wurden die wenigen Hundert Meter Neumarkttunnel schon vor Jahren und sehr zum Unverständnis vieler Osnabrückerinnen und Osnabrücker zugeschüttet, aber unter der Stadt gibt es noch viele Tunnel und Hohlräume.

[Update: Das war natürlich und leider nur ein Aprilscherz]

Mit einem Popkonzert der Extraklasse und einer Luftfilteranlage, die aus dem Kalten Krieg stammt, will Osnabrück wieder Kultur auf die Bühne bringen – mehr als 50 Meter unter dem Domhof.

Atombunker im Kalten Krieg unter höchster Geheimhaltungsstufe

Nur wenige Hasestadtbewohner kennen den „Domhofbunker“, dessen Geschichte weit ins Mittelalter zurückreicht und der im Kalten Krieg sogar den Nato-Status „Cosmic Top Secret“ hatte. In einer am Donnerstag (01.04.2021) eilig im Rathaus einberufenen Pressekonferenz informieren Vertreter der Stadtverwaltung, der Städtischen Bühnen und der OsnabrückHalle von den Plänen, die im „unterirdischen Theater“ schon bald wieder Kultur auf die Bühne bringen sollen. Ein Novum in der Bundesrepublik in einem Bunker, der wie geschaffen ist für eine Nutzung als Konzert- und Theatersaal.

Fast doppelt so groß wie der größte Saal der OsnabrückHalle

Der Bunker, der mit einer Grundfläche von mehr als 2.000 Quadratmetern nahezu doppelt so groß ist wie der Europasaal der OsnabrückHalle, wurde heimlich im Rahmen der Altstadtsanierung in den 70er Jahren angelegt und sollte ein geheimes Ausweichquartier der Bundesregierung sein, sollte der Kalte Krieg irgendwann heiss werden. Da Osnabrück keine Rüstungsbetriebe vorweisen konnte und die Britischen Soldaten weit von der Innenstadt ihre Kasernen hatten, spekulierte man darauf, dass dieser Standort sicher vor einem Bombentreffer sein würde. Gleichzeitig hatte die britische Garnison den Auftrag oberirdisch den Führungsbunker gegen den Warschauer Pakt zu verteidigen.

Der große Saal unter dem Domhof

Der große Saal unter dem Domhof

Regierungsbunker in der Eifel war nur Attrappe

„Offiziell war der Regierungsbunker der Bonner Republik irgendwo in der Eifel, aber das war nur eine Attrappe“, erläutert ein Vertreter des staatlichen Tiefbauamts die Hintergründe des Bunkers in der Osnabrücker Altstadt. Hätte man im Ernstfall alle Bundestagsabgeordneten vom Rhein an die Hase bekommen, hätten sie in der geheimen Anlage weiter ihre Sitzungen durchführen können, während 50 Meter weiter oben die wohl letzten Tage der Menschheit begonnen hätten – ausgerechnet in der „Friedensstadt“.

Altstadtsanierung in den 70er Jahren war Tarnkulisse

Während an der Oberfläche zwischen 1970 und 1978 zahlreiche Altstadthäuser abgerissen wurde, baute man direkt vor dem Dom St. Peter und vor dem Jugendstil-Theater bereits vorhandene Höhlen aus, in denen sich einst katholische Priester vor den Wirren der Reformation versteckt hatten, aber wohl auch manch weltlichen Neigungen nachgegangenen sein sollen.
Die geologischen Besonderheiten des ehemaligen Haseflussbetts erlaubten es die unterirdische Deckenhöhe soweit anzuheben, dass ein großer Saal entstand, bei dem zwischen Decke und Boden mehr als 35 Meter Abstand sind.

Um für genügend Luftaustausch zu sorgen, wurden leistungsstarke Klimaanlagen installiert, deren Zu- und Abluft über den kleineren der beiden Kirchtürme des Doms geleitet wird.
Manch ein historisches Altstadthaus musste seinerzeit weichen, damit die Russen nicht neugierig wurden, warum in der Osnabrücker Altstadt so umfangreich Bauarbeiten durchgeführt werden.

Als "Kunst" getarnt: Hier geht es in den Domhof-Bunker

Als „Kunst“ getarnt: Hier geht es in den Domhof-Bunker

Vor dem Theater sind die Ein- und Ausgänge ganz offen zu erkennen

In den späten 90er Jahren gab es eine (immer noch geheime) De-Militarisierung der Bunkeranlage und es wurden direkt vor dem Theater sogar Ein- und Ausgänge installiert, sowie ein Oberlicht für das Treppenhaus, das bis in eine Tiefe von fast 50 Metern hinabführt.
Der Öffentlichkeit wurden diese offensichtlichen Zugänge zu der Bunkeranlage als „Kunst“ verkauft.

Einer der von einer rostenden Eisenplatte abgedeckten Eingänge beinhaltet sogar einen Aufzug, der einen barrierefreien Zugang erlaubt.
Parallel zum Pressetermin im Rathaus reaktivierten Mitarbeiter der Stadt bereits einen der Zugänge.

Um 18 Uhr sollen bereits am Donnerstagabend (01.04.) und danach jeden Samstag, dann um 12 Uhr, kostenlose Rundgänge angeboten werden. Treffpunkt ist am „Oberlicht“ vor dem Theater.

Klimaanlage des Kultur-Bunkers läuft derzeit im Testbetrieb

Bereits über die Ostertage soll eine moderne Tontechnik installiert werden. Zudem läuft seit Tagesbeginn die Hochleistungsklimanlage, damit Experten eines spezialisierten Ingenieurbüros überprüfen können, ob ein Corona-konformer Luftaustausch hergestellt werden kann.
Am Rande des Pressetermins wurde von „Reinraum“Qualität der frisch über den Kirchturm des Domes angesaugten Frischluft gesprochen.

Mitarbeiter der Stadt reaktivieren den Zugang zum Domhof-Bunker

Mitarbeiter der Stadt reaktivieren den Zugang zum Domhof-Bunker

Das Problem mit dem Weihrauch im Dom…

Das einzige Problem, das die Frischluftexperten befürchten, ist der Weihrauch, der während der katholischen Messen in großer Menge „verwedelt“ wird. Womöglich wird es daher bald „weihrauch-freie Gottesdienste“ im Osnabrücker Dom geben, so ein Vertreter des Bistums, der betonte, dass man die Stadt auf jeden Fall unterstützen wolle bei dem Plan das unterirdische Theater zu öffnen.

Weltstar Avril Lavigne aus Kanada soll Eröffnungskonzert geben

Für das erste Konzert im Osnabrücker Domhof-Bunker, soll bereits eine feste Buchung eines Weltstars vorliegen. Wenn alles klappt, wird die kanadische Popsängerin Avril Lavigne bereits im Mai auf der Bühne unter der Erde stehen, die Verträge sollen noch am 1. April unterschrieben werden!

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Heiko Pohlmann

Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2014, basierend auf dem unter dem Titel "I-love-OS" seit 2011 erschienenen Tumbler-Blog. Die Ursprungsidee reicht auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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