AfD-Chef Tino Chrupalla hat seinen Parteikollegen Markus Frohnmaier für dessen Äußerungen zu den jüngsten Entwicklungen im Nahost-Konflikt kritisiert. Zwar zeigte er Verständnis für einzelne Punkte, verwahrte sich aber dagegen, Angriffe mit zahlreichen zivilen Opfern zu feiern. Zugleich übte Chrupalla scharfe Kritik an der Rolle von US-Präsident Donald Trump und an der Zielsetzung der USA und Israels.
Chrupalla distanziert sich von Ton Frohnmaiers
AfD-Partei- und Fraktionschef Tino Chrupalla sagte den Sendern RTL und ntv: "Die Sichtweisen, die Markus Frohnmaier da geschildert hat, die kann man nachvollziehen. Wenngleich man nicht feiern sollte, dass es Angriffe gibt und viele Zivilisten getötet werden." Damit nahm Chrupalla Bezug auf Äußerungen des außenpolitischen Sprechers der AfD-Bundestagsfraktion Markus Frohnmaier, der sich zuvor zum US-Militärschlag im Nahen Osten geäußert hatte.
Uneinigkeit über Bewertung des US-Militärschlags
Außenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion Markus Frohnmaier hatte laut RTL und ntv die "chirurgische Präzision und klare Zielorientierung" des US-Militärschlags hervorgehoben und damit einen anderen Ton angeschlagen als Chrupalla. Chrupalla erklärte dazu: "Die chirurgische Kriegsführung kann man sicher infrage stellen, wenn man eine iranische Mädchenschule trifft mit 120 Toten." Und weiter: "Ich feiere nicht Raketenangriffe, egal auf welches Land und von wem sie kommen. Das kann man nicht feiern, weil immer Zivilisten getötet werden. Und das kann man nur verurteilen." Gleichzeitig sagte er, auch Frohnmaiers Aussagen nicht als Feiern bezeichnen würde.
Kritik an Israel, USA und Donald Trump
Chrupalla betonte im Gespräch mit RTL und ntv: "Wir stehen zum Völkerrecht und zur UN-Charta. Vor diesen besorgniserregenden Bildern in Nahost haben wir immer gewarnt." Die Beweggründe Israels könne er zwar verstehen, sehe aber nicht klar, welche Ziele das Land und die USA verfolgten. "Einen Regimewechsel wird man in dieser Weise sicherlich nicht schaffen."
Die Rolle von US-Präsident Donald Trump beurteilte Chrupalla kritisch. "Donald Trump ist als Friedenspräsident gestartet", so Chrupalla, der hinzufügte, dass auch Trumps eigene Anhänger die Angriffe kritisch sehen würden. "Am Ende wird Donald Trump als Kriegspräsident enden. Will er das? Das muss er dann auch seinen Wählern erklären. Vor allem, wenn diese Angriffe und auch diese Kriegsführung keinen Erfolg haben."
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