Die AfD steht mit ihren Behauptungen zu Wahlmanipulationen in Pflegeheimen in der Kritik. CDU-Politiker Thomas Rachel nennt die Unterstellungen verwerflich und wirft der Partei vor, keine Belege vorzulegen. Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa zieht historische Vergleiche.
Rachel: Vorwürfe sind unbelegt
"Dass die AfD nun Pflegeheimen Betrug unterstellt, ist zutiefst verwerflich", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel, der auch Beauftragter der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist, der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). "Aber es passt in ihr System."
Die AfD behaupte, bei der Stimmabgabe gehe möglicherweise nicht alles mit rechten Dingen zu, ohne dafür Beweise zu liefern, so Rachel.
Ziel sei Verunsicherung der Wähler
Rachel sieht darin eine gezielte Strategie, um Wähler zu verunsichern. Dies gelte auch für Sachsen-Anhalt, wo nur ein Teil der Pflegeeinrichtungen konfessionell getragen sei. Die Vorwürfe passten in die Reihe der AfD-Angriffe gegen Kirchen und deren Einrichtungen.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa sagte, manch einer in Ostdeutschland fühle "sich an Zeiten vor 1989 erinnert". In diesen Zeiten habe sich die Gemeinschaft der kirchlichen Mitarbeitenden und der Caritas immer wieder Anfeindungen durch den Staat ausgesetzt gesehen.