Der CDU-Außenexperte Norbert Röttgen hat nach dem aufgeschobenen Ultimatum von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran scharfe Kritik an der US-Regierung geäußert. Röttgen wirft Trump eine inkonsistente Iran-Politik vor und sieht die Glaubwürdigkeit der iranischen Seite in der aktuellen Lage höher. Zugleich warnt er vor den Folgen eines Konfliktverlaufs, der das iranische Regime stärkt und die USA schwächt.
Röttgen bezweifelt Trumps Darstellung möglicher Gespräche
CDU-Außenexperte Norbert Röttgen stellte sich in der Frage möglicher US-iranischer Verhandlungen hinter die Darstellung Teherans. Auf die Frage, wem er mit Blick auf angebliche US-iranische Verhandlungen glaube, sagte Röttgen den Sendern RTL und ntv: „Man muss man wahrscheinlich antworten, dass hier die iranische Seite über mehr Glaubwürdigkeit verfügt.“ Zuvor hatte Trump behauptet, es gebe gute Gespräche, was der Iran zurückwies.
Kritik an Trumps Vorgehen im Konflikt mit dem Iran
Röttgen sieht in der aktuellen Entwicklung die Schwäche der Kriegsführung Trumps. Es zeige sich die Schwäche von Trumps Kriegsführung, so Röttgen. Nach seiner Darstellung spreche Trump Drohungen aus und nehme sie dann mit einer Behauptung zurück, der die iranische Regierung auch noch widerspreche. „Also es sieht nicht gut aus für die Rolle von Trump hier.“ Offenkundig gebe es für die Straße von Hormus kein strategisches Vorgehen der USA. „Das ist ein erratisches Verhalten, ein widersprüchliches Verhalten.“ Die Folge seien Unruhe und Panik an den Märkten.
Warnung vor strategischer Stärkung des iranischen Regimes
Ein baldiges Kriegsende im Iran ohne den Sturz des Regimes hält Röttgen nicht für wünschenswert. „Wenn man das einmal begonnen hat, dann ist es auch unbedingt wichtig, dass bestimmte Ziele erreicht werden.“ Nach seiner Einschätzung habe das iranische Regime der Welt bewiesen, dass es sich den Schlüssel für die Straße von Hormus auch von den USA nicht wegnehmen lasse. Überlebe das Regime, und habe zudem weiterhin angereichertes Uran, würde es daher sogar gestützt aus dem Krieg hervorgehen, so der CDU-Außenexperte.
„Dann wäre das am Ende eine strategische Stärkung des Regimes und eine bleibende strategische geopolitische Schwächung der USA.“ Röttgen betonte, die Amerikaner müssten dies verhindern. „Es ist in unserem Interesse, wenn das iranische Regime stürzt, es wäre not in unserem Interesse, wenn die USA verlieren.“ Andernfalls seien Deutschland, die Europäer und auch die Golfstaaten dauerhaft vom Iran erpressbar.
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