Verkehrsausschuss stimmt zu – Entscheidung im Plenum erwartet
Nach jahrelangen Diskussionen und mehreren Vertagungen hat der Verkehrsausschuss des Bundestags am Mittwoch die Pläne für eine Neubaustrecke zwischen Hannover und Hamburg gebilligt. Wie der NDR und die dpa berichten, stimmten die Abgeordneten mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken für die Beschlussvorlage der Regierungsfraktionen. Die Zustimmung gilt als Formsache, sodass die finale Entscheidung im Plenum am späten Donnerstagabend erwartet wird. Die Koalition geht davon aus, dass der Bundestag den Weg für das Projekt freimachen wird.
Neubaustrecke soll Engpässe im Schienennetz beheben
Die geplante zweigleisige Neubaustrecke soll zwischen Hannover-Vinnhorst und Hamburg-Meckelfeld entstehen und eine Länge von 109 Kilometern haben, wie der Spiegel unter Berufung auf eine Unterrichtung des Verkehrsministeriums schreibt. Ziel ist es, Engpässe im Schienennetz zu lösen und die Fahrzeiten im Fern- und Nahverkehr zu verkürzen. Zudem soll die Strecke Teil der transeuropäischen Netze der EU werden, die Skandinavien mit dem Mittelmeer verbinden.
Anwohner fürchten Zerschneidung durch neue Trasse
Trotz der Zustimmung bleibt die Kritik aus den betroffenen Regionen groß. Besonders in Niedersachsen gibt es Widerstand, da Anwohner befürchten, durch die neue Trasse abgeschnitten zu werden. Die niedersächsischen Abgeordnete hatten bis zuletzt auf weitere Verbesserungen an der Bestandsstrecke gedrängt, wie die Mopo und der Spiegel berichten. So sollen etwa im Landkreis Harburg Überholbahnhöfe so gestaltet werden, dass später Regionalhalte eingerichtet werden können. Auch Lärmschutzmaßnahmen und Eingriffe in Siedlungsstrukturen wurden thematisiert.
Bestandsstrecke muss bis 2034 modernisiert werden
Die Beschlussvorlage sieht zudem vor, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Bestandsstrecke bis spätestens 2034 umgesetzt werden müssen. Ein dreigleisiger Ausbau der Strecke zwischen Lüneburg und Uelzen wird jedoch weiterhin abgelehnt, da dies die Ziele der Fahrzeitverkürzung und Engpassauflösung verfehlen würde, wie der NDR schreibt.
Deutsche Bahn stellt Sanierungsstrategie infrage
Die Deutsche Bahn hatte erst kürzlich eine neue Strategie für künftige Bahnsanierungen vorgestellt, den sogenannten Infraplan. Dieser stellt das bisherige Konzept der Korridorsanierung infrage, wie t-online unter Berufung auf Bahnchefin Evelyn Palla berichtet.
Sollte der Bundestag die Neubaustrecke beschließen, folgen als nächste Schritte die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Bis die ersten Züge auf der neuen Strecke fahren, könnte es jedoch noch Jahrzehnte dauern, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.