Die Bundesregierung hat die geplante Übernahme der Hamburger Spedition Zippel durch den chinesischen Staatskonzern Cosco untersagt. Mehrere Ministerien und das Bundesamt für Verfassungsschutz hatten dem Vernehmen nach Sicherheitsbedenken geäußert.
Sicherheitsrisiko durch Logistik-Kontrolle
Die Spedition Zippel organisiert den Containertransport zwischen norddeutschen Seehäfen und dem Binnenland und gilt als zentraler Akteur im Hafenhinterlandverkehr. Sicherheitsbehörden warnten, ein chinesischer Staatskonzern könnte durch den Zugriff auf sensible Logistik- und Datenknotenpunkte im Krisenfall Druckmittel gegen Deutschland und europäische Partner aufbauen.
Besonders kritisch bewertet wird die Abhängigkeit bei Bundeswehr- und Nato-Transporten, für die die Schienen- und Hafenlogistik als sensibel eingestuft wird.
Wettbewerbsrechtliche Freigabe, politische Blockade
Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme wettbewerbsrechtlich freigegeben, da keine marktbeherrschende Stellung drohte. Die Bundesregierung griff jedoch auf ihre Befugnisse im Außenwirtschaftsrecht zurück, um die Transaktion zu stoppen.
Schon 2023 hatte der Einstieg von Cosco beim Containerterminal Tollerort für politische Debatten gesorgt. Damals wurde die Beteiligung auf 24,99 Prozent begrenzt, um strategischen Einfluss zu verhindern. Bei Zippel stand nun eine Kontrollmehrheit von 80 Prozent im Raum, die die Bundesregierung nicht zulassen wollte.