Die Bundesregierung hält einen möglichen Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA weiterhin offen. Zugleich verweist sie mit Blick auf tödliche Schüsse von US-Bundespolizisten in Minneapolis auf das Vertrauen in die US-Justiz und nimmt Abstand von Forderungen nach einem politischen Eingreifen in sportliche Entscheidungen.
Besuch des Kanzlers bei WM noch unklar
Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille sagte am Montag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur, Termine des Kanzlers würden grundsätzlich erst kurz vorab bekannt gegeben. „Termine des Bundeskanzlers kündigen wir am Freitag der Vorwoche an“, sagte Hille laut dts Nachrichtenagentur. Zugleich betonte er mit Blick auf die Planungen für das Turnier: „Wenn ich es richtig auf der Pfanne habe, ist es noch ein wenig hin bis zur Fußball-Weltmeisterschaft“, so Hille weiter gegenüber der dts Nachrichtenagentur.
Vertrauen in US-Justiz nach tödlichen Schüssen
In Bezug auf die tödlichen Schüsse von US-Bundespolizeibeamten in Minneapolis verwies Regierungssprecher Hille laut dts Nachrichtenagentur auf das Vertrauen Berlins in die dortigen Behörden. Die Bundesregierung habe Vertrauen in die US-Justiz, die Vorgänge aufzuklären, sagte er der dts Nachrichtenagentur. Man habe dazu im Übrigen keine eigenen Erkenntnisse und wolle den Fall daher auch nicht weiter kommentieren, so Hille laut dts Nachrichtenagentur.
Kein Einfluss der Bundesregierung auf WM-Teilnahme
Zu Forderungen nach einem möglichen Boykott der Weltmeisterschaft äußerte sich Hille zurückhaltend. Was einen generellen WM-Boykott angeht, sagte Hille laut dts Nachrichtenagentur, es sei nicht die Bundesregierung, die über die Teilnahme der Fußball-Nationalmannschaft an Wettbewerben zu entscheiden habe.
Die Endrunde der 23. Fußball-Weltmeisterschaft soll den Angaben zufolge vom 11. Juni bis 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen werden. Deutschland spielt alle drei Vorrundenspiele in US-Städten, wie die dts Nachrichtenagentur berichtete.