Die Deutsche Bundesbank hat im Geschäftsjahr 2025 erneut einen Bilanzverlust verzeichnet, sieht ihre finanzielle Lage aber auf einem klaren Erholungskurs. Zwar summiert sich der Fehlbetrag auf 8,6 Milliarden Euro, doch ist er laut Notenbank weniger als halb so hoch wie 2024. Die Bundesbank verweist auf eine deutlich verbesserte Ertragslage und betont zugleich, dass sie ihre Aufgaben trotz der Verluste uneingeschränkt erfüllen kann.
Jahresfehlbetrag sinkt, Bilanzverlust bleibt hoch
Im Geschäftsjahr 2025 wies die Deutsche Bundesbank einen Bilanzverlust von 8,6 Milliarden Euro aus, wie die Notenbank am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Grundsätzlich bewertete die Zentralbank das Ergebnis positiv, da der Jahresfehlbetrag gegenüber 2024 um mehr als die Hälfte zurückging. Hintergrund sei eine deutliche Verbesserung der Ertragslage. "Wir haben zwar weiter finanzielle Belastungen zu tragen, sie lassen aber nach", sagte Joachim Nagel bei der Vorstellung des Jahresabschlusses. Er fügte hinzu: "Aus heutiger Sicht dürfte sich diese positive Entwicklung fortsetzen."
Dennoch bleibe Geduld gefragt, denn die Bundesbank werde im laufenden Jahr erneut einen Jahresfehlbetrag ausweisen. Der Bilanzverlust, der sich aus dem Verlustvortrag und dem aktuellen Jahresfehlbetrag ergibt, beläuft sich derzeit insgesamt auf 27,8 Milliarden Euro. "Die finanziellen Belastungen der Bundesbank sind aber vorübergehender Natur", so Nagel. "Künftige Jahresüberschüsse werden wir nutzen, um den aufgelaufenen Bilanzverlust aus eigener Kraft ab- und die notwendige Risikovorsorge aufzubauen."
Bundesbank verweist auf solide Bilanz
Auch mit einem Bilanzverlust kann die Bundesbank nach eigenen Angaben ihre Aufgaben vollumfänglich erfüllen. "Eines sollte dabei nicht aus dem Blick geraten: Die Bundesbank hat weiterhin eine solide Bilanz", sagte Nagel. Die Bundesbank verfügt demnach über hohe Bewertungsreserven, die Ende 2025 auf 388 Milliarden Euro angewachsen waren und damit um ein Vielfaches höher als der aktuelle und zu erwartende Bilanzverlust lagen.
Auch im Jahr 2025 haben sich finanzielle Belastungen bemerkbar gemacht. Verursacht wurden sie laut Bundesbank vor allem durch die geldpolitischen Maßnahmen der vergangenen Jahre und die Leitzinserhöhungen in den Jahren 2022 und 2023. Der Jahresfehlbetrag sei "weiterhin erheblich", sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Mauderer. "Wir gehen davon aus, dass die Belastungen im Jahr 2026 weiter zurückgehen. Dennoch werden diese spürbar bleiben", kündigte Mauderer an.
Verbesserter Nettozinsertrag und stabile Bilanzsumme
Der Nettozinsertrag hat sich gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Milliarden Euro verbessert; er lag mit -4,2 Milliarden Euro jedoch weiterhin im negativen Bereich. Aufgrund der rückläufigen Anleihebestände sowie gesunkener Leitzinsen fielen die Belastungen im Nettozinsertrag deutlich geringer aus.
Die Bilanzsumme veränderte sich im Jahr 2025 nur leicht. Sie sank um 24 Milliarden Euro auf 2.349 Milliarden Euro. Zwar gingen die geldpolitischen Anleihebestände um 122 Milliarden Euro zurück, aber der Rückgang wurde durch die Bewertung der Goldposition zum Bilanzstichtag ausgeglichen. Diese kletterte aufgrund des starken Goldpreisanstiegs gegenüber dem Vorjahresende um 125 Milliarden Euro auf den neuen historischen Höchstwert von 395 Milliarden Euro. Damit erhöhte sich das Nettoeigenkapital um 112 Milliarden Euro auf 363 Milliarden Euro.
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