Der gestrandete Buckelwal in der Wismarbucht ist abgetaucht und nicht mehr zu sehen.
Seit Tagen hielt sich ein Buckelwal in der Wismarbucht an der deutschen Ostseeküste auf. Das Tier, das zunächst in die falsche Richtung in Richtung Hafen geschwommen war, hat sich schließlich in Richtung offene See bewegt. Zuletzt wurde der Wal gegen 23 Uhr an der Seebrücke in Wendorf gesehen, wie die Wasserschutzpolizei der Bild mitteilte. Am späten Montagabend tauchte das Tier schließlich ab und ist laut Wasserschutzpolizei derzeit nicht mehr zu sehen. Ein Sprecher der Wasserschutzpolizei erklärte, dass es keinen Sinn ergebe, in der Dunkelheit nach dem Wal zu suchen. Das Polizeiboot sei deshalb zurückgekehrt. Die Suche nach dem Wal soll am heutigen Tag fortgesetzt werden, wie Burkhard Baschek, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Meeresmuseums Stralsund, erklärte. Eine Bootsbesatzung stehe dafür bereit. Die Einsatzkräfte sollen nun unter anderem auf Sichtungen aus der Bevölkerung warten und sich dann gezielt auf den Weg machen.
Buckelwal irrt seit Wochen durch Ostsee
Der etwa 15 Tonnen schwere Buckelwal irrt seit etwa vier Wochen durch die Ostsee. Große Wale sind in der Ostsee nicht heimisch, da die Bedingungen für sie nicht geeignet sind. Ziel ist es weiterhin, das massige Tier in Richtung der Meerengen zwischen Deutschland und Dänemark zu lotsen, damit es den Weg zurück in Nordsee und Atlantik nimmt. Buckelwale leben im Sommer meist im Nordatlantik bei Norwegen und Grönland, im Nordpazifik bei Alaska und im Südpolarmeer. Im Winter schwimmen sie gerne in tropische und subtropische Gewässer in der Karibik und der mexikanischen Pazifikküste. Hier paaren sie sich und bringen ihre Jungen zur Welt. Sie ernähren sich von Krill und kleinen Fischen. Pro Tag können sie eine Tonne Nahrung aufnehmen.
Experten erklären Buckelwal-Verirrung in Ostsee
Laut Experten können Buckelwale bis zu 30 Tonnen schwer werden und bis zu 90 Jahre alt werden. Der Ernährungszustand des Buckelwals in der Ostsee ist gut, sagte Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Buckelwale könnten wochenlang ohne Nahrung auskommen. Buckelwale fressen laut Greenpeace nur in ihren polaren Sommerquartieren. Im Winter, wenn sie ihre Jungen gebären und aufziehen, zehren sie von ihren Fettreserven. Die Nahrung der Buckelwale besteht demnach vor allem aus Krill und zu einem geringen Teil aus Fischen. Nach Angaben des Meeresbiologen Boris Culik verirren sich Buckelwale öfter, wenn sie Heringsschwärmen folgen, in die Ostsee. Auch Unterwasserlärm von Schiffen könne die Orientierung der Tiere beeinträchtigen, so dass sie sich ‚verschwimmen‘, sagt Almut Neumeister vom Deutschen Meeresmuseum.
Sonnenstürme stören Wal-Orientierung in Ostsee
Laut Meeresbiologe Culik können viele Walstrandungen auch mit Sonnenstürmen zusammenhängen. Denn die stören den inneren Magnetkompass der Wale. ‚Das heißt, das Erdmagnetfeld ist als Koordinatensystem nicht so stabil wie zu Zeiten, in denen die Sonne eben ruhiger ist‘, so Culik. In der Ostsee gibt es nicht so viel Nahrung wie in der Nordsee. Die Fischkonzentration ist laut Meeresbiologe Culik deutlich geringer. Und: ‚Es gibt keine Artgenossen. Der Salzgehalt stimmt auch nicht.‘ Das belastet laut Greenpeace Haut und Stoffwechsel der Säuger. Parasiten und Entzündungen können sich dann leicht auf der Haut der Buckelwale ausbreiten.
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