Vom 24. Februar bis zum 9. März 2025 war die Osnabrücker Augenoptikermeisterin Melanie Foppe gemeinsam mit weiteren Freiwilligen mit dem Verein TravelEye in Uganda unterwegs: Einer Organisation, die vor Ort bedürftiger Menschen mit Brillen versorgt.
Brillen für Alle
„Brillen sind in Uganda keine Selbstverständlichkeit, sondern Mangelware“, erklärt Melanie Foppe im Gespräch mit unserer Redaktion. In Deutschland zählt eine Brille zur medizinischen Grundversorgung, doch in Uganda bekommen die wenigsten eine. Aber auch Sonnenbrillen werden in dem sonnenreichen Land gebraucht, denn der Schutz der Augen vor Sonne ist essentiell.

TravelEye hilft an zwei Standorten
TravelEye wurde erste vor zwei Jahren gegründet und ist noch ein kleiner Verein. Doch schon jetzt wird an zwei festen Standorten gearbeitet: In der Großstadt Masaka und im Ort Lwamaggwa. In Masaka wurde auf dem Gelände eines Schwesternordens eine feste Anlaufstelle errichtet, in der auch eine Augenklinik im Aufbau ist. Eine Ärztin ist bereits gefunden, die die Klinik betreiben soll. Doch ein Problem bleibt akut: Wasser. „Uganda hat keine stabile Wasserversorgung. Ohne eigenen Brunnen ist es schwer, eine Klinik dauerhaft zu betreiben. Wir suchen dringend einen Sponsor,“ erklärt Foppe im Gespräch. Denn einen Brunnen zur Wasserversorgung zu bohren und anzuschließen kostet viele Tausend Euro.

In Lwamaggwa ist TravelEye in einer kleinen Apotheke untergebracht, die zur örtlichen Kirchengemeinde gehört. Der Apotheker vor Ort unterstützt die Freiwilligen von TravelEye und will auch selbst weitermachen. Zur Unterstützung schreibt Foppe ein Skript für den Apotheker, das die wichtigsten Messmethoden und Abläufe zur Brillenvergabe enthält. Doch sie unterstützt den Apotheker auch in seinem persönlichen Anliegen: In Lwamaggwa gibt es viele Straßenkinder, für die sie sich einsetzen. Gemeinsam haben sie einen Spendenaufruf gestartet, um einer Frau mit sieben Kindern in Not ein Obdach zu ermöglichen.
Mobil in Uganda unterwegs
Neben den beiden festen Standorten organisiert TravelEye sogenannte Outreaches, mobile Einsätze an abgelegenen Orten. „Manchmal bedeuten 20 Kilometer Fahrt einen ganzen Reisetag, weil die Straßen so schlecht sind,“ erzählt Foppe im Gespräch. „Aber es lohnt sich. Die Menschen kommen in Scharen. Teilweise warten mehrere Hundert vor der improvisierten Station, um eine Brille zu bekommen.“

Während ihres zweiwöchigen Aufenthalts half das Team rund 800 Menschen, etwa 400 erhielten Sonnenbrillen, weitere 400 Brillen mit Sehstärke. Verwendet werden dabei sogenannte One Dollar Brillen. Diese haben einfache Drahtgestelle und einfache Gläser für Dioptrienwerte von -6 bis +6. „Es braucht nicht die modernste Technik. Diese Brillen verändern vor Ort Leben“, erklärt Foppe.
Die Freiwilligen helfen, wo sie können
TravelEye engagiert sich auch über die medizinische Versorgung hinaus. Kindergärten und Kinderheime werden mit Decken, Spielzeug und Essen unterstützt. In Zukunft will der Verein außerdem stigmatisierte Albinos in den Fokus nehmen. Foppe erklärt: „Albinos werden in Uganda oft verfolgt oder sogar von ihren eigenen Familien misshandelt. Viele wissen nicht, dass sie besonderen Schutz brauchen – gerade für Haut und Augen. Hier wollen wir gezielt helfen.“

Trotz der intensiven Arbeit blieb auch Zeit, Uganda kennenzulernen. „Wenn man schon einmal da ist, will man natürlich auch etwas sehen und erleben“, gesteht Foppe. Dennoch: Freizeit ist zweitrangig. Schließlich hat sie ihren privaten Urlaub dafür geopfert.

Ein Blick in die Zukunft
TravelEye träumt davon, künftig zweimal im Jahr mit Freiwilligen nach Uganda zu reisen. Derzeit ist das nur einmal jährlich möglich, denn der organisatorische und finanzielle Aufwand ist zu groß und es fehlen Freiwillige. Melanie Foppe hat jedoch bereits entschieden: „Ich werde nächstes Jahr im Frühling wieder dabei sein. Die Arbeit ist so wichtig und man kann wirklich was bewirken.“