Die deutschen Brauereien erwarten zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft zwar Impulse für den Bierabsatz, rechnen aber nicht mit einem echten Boom. Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit dämpfen die Erwartungen, zugleich sorgen späte Anstoßzeiten für zusätzliche Herausforderungen. Immerhin schaffen neue Public-Viewing-Regeln mehr Planungssicherheit für Gastronomie, Veranstalter und Brauer.
Vorsichtiger Optimismus trotz WM-Euphorie
Die deutschen Brauereien blicken mit verhaltenem Optimismus auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft. „Die Brauereien sind gut auf das Turnier vorbereitet“, sagte eine Sprecherin des Brauer-Bundes der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgaben). Zwar könne die WM die Nachfrage im Sommer ankurbeln. „Allerdings zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, dass sportliche Großereignisse längst kein automatischer Absatzgarant mehr sind“, ergänzte die Sprecherin gegenüber der „Rheinischen Post“.
Schon die Heim-EM 2024 habe nach ihren Worten nur begrenzte Effekte gebracht. „Entscheidend bleiben deshalb die allgemeine Konsumstimmung sowie Faktoren wie Wetter und der sportliche Erfolg der deutschen Nationalmannschaft“, so die Sprecherin des Brauer-Bundes in der „Rheinischen Post“.
Späte Anstoßzeiten als Problemfaktor
Als Herausforderung nannte der Brauer-Bund die teils späten Anstoßzeiten der WM-Partien. Zugleich begrüßte der Verband die beschlossenen, pragmatischen Public-Viewing-Regeln während der WM. „Das schafft Planungssicherheit für Gastronomie, Veranstalter und Brauereien und ermöglicht Fans trotz Zeitverschiebung das gemeinsame Fußballerlebnis“, erklärte der Brauer-Bund laut „Rheinischer Post“.
Das Bundeskabinett hatte kürzlich die nötigen Ausnahmen von den normalerweise geltenden Lärmschutzregeln beschlossen. Damit können Städte und Gemeinden öffentliche Übertragungen von Spielen auch nach 22 Uhr ermöglichen.
Public Viewing auch nach 22 Uhr möglich
Von den drei Vorrundenspielen der deutschen Nationalmannschaft beginnt eins um 19 Uhr, die beiden weiteren Begegnungen starten um 22 Uhr. Durch die nun möglichen Ausnahmen vom Lärmschutzrecht können diese Partien in vielen Städten und Gemeinden in größerem Rahmen und im Freien übertragen werden.