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Startseite AktuellMit Bronze zurück nach Osnabrück: Leichtathlet Florian Kroll beweist absolute Weltklasse
AktuellSport

Mit Bronze zurück nach Osnabrück: Leichtathlet Florian Kroll beweist absolute Weltklasse

von PM 22. Juli 2025
von PM 22. Juli 2025
Leichtathlet Kroll gewinnt Bronze. / Foto: Iris Hensel
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Der 21-jährige Florian Kroll (LG Osnabrück) schreibt bei den  U23-Europameisterschaften in Bergen die Erfolgsgeschichte der Osnabrücker Leichtathleten um Trainer Anton Siemer mehr als eindrucksvoll fort. Er erreichte das Einzel-Finale und schloss als siebter ab. In der 4X400m-Staffel erreicht das Team Bronze.

Kroll holt am Ende auf – Bronze für Deutschland

Fast zur besten Sendezeit versammeln sich die Osnabrücker Leichtathleten am Sonntag vor den Bildschirmen – und erleben im 4x400m-Finale der U23-EM einen Krimi der spannendsten Sorte. Osnabrücker Florian Kroll hat als derzeit bester Deutscher vom Bundestrainer die Schlüsselposition des Schlussläufers erhalten. Er übernimmt auf Platz drei – jagt einerseits die leicht enteilten Spanier und Franzosen und muss sich andererseits der Niederländer mit dem bärenstarken Einzel-Europameister Jonas Phijffers am Ende erwehren.

Das ist das deutsche Team, dass bei der U23-Em in Norwegen die Bronze-Medaille gewinnt. Mit dabei: Osnabrücker Florian Kroll (rechts).

Das ist das deutsche Team, dass bei der U23-Em in Norwegen die Bronze-Medaille gewinnt. Mit dabei: Osnabrücker Florian Kroll (rechts). / Foto: Eibner-Pressefoto/Stefan Mayer

100 m vor dem Ziel der Showdown. Florian ist zu dem Franzosen aufgelaufen, der Angriff scheitert. Von hinten nähert sich Schritt für Schritt Phijffers. „Kroll is still working, still pushing, still fighting,“, der englische Kommentator fiebert mit, das Stadion tobt. Noch zwanzig, Meter noch zehn, noch fünf: Mit dem letzten Schritt rettet sich Florian ins Ziel und sichert Bronze für Deutschland. Die Staffel fällt sich in die Arme, Riesenjubel im deutschen EM-Team und an den Bildschirmen. Der erste Blick der Experten geht auf die Teilzeiten der Staffelläufer. Unglaubliche 44,93 Sekunden für Kroll. „Absolute Weltklasse“, reagiert Bundestrainer Sven Buggel. Nur zwei der insgesamt 32 Läufer im 4x400m-Feld waren schneller.

Weltklasse-Comeback nach Verletzung

Absolut bemerkenswert, denn es ist das vierte Rennen in vier Tagen für Kroll. Nach 12 Wochen Verletzungspause hatte er erst zwei Wochen vorher seinen Saisoneinstieg. Und sich überraschend klar als Deutscher Vizemeister für Bergen qualifiziert. Auf Platz 19 der Meldeliste gilt er als Außenseiter, seine beiden deutschen Teamkollegen werden deutlich höher eingeschätzt. Am Ende ist es Kroll, der mit zwei starken Auftritten im Vorlauf und dem Halbfinale überrascht. Und vor allem im Halbfinale begeistert: Sechs der sieben Konkurrenten bieten schnellere Bestzeiten an. Der Finaleinzug erscheint unmöglich. Dann dieses Rennen: Vom achten und letzten Platz bei 300 m stürmt Florian auf Rang sieben bei 350 m. Und fliegt dann förmlich noch an drei Gegnern vorbei. Hauchdünn verpasst er Rang drei, der die direkte Finalqualifikation bedeutet hätte. Aber: mit seiner zweitbesten Karrierezeit von 46,29 Sekunden gehört er zu den beiden Zeitschnellsten, die das Finalticket lösen. Die beiden anderen deutschen Starter streichen im Vorlauf und im Halbfinale die Segel.

Bestleistung im Einzel für Kroll

Im schnellsten Finale der Geschichte von U23-Europameisterschaften hat Kroll mit einer Bestzeit von 46,19 Sekunden angesichts von sieben Gegnern mit Bestzeiten unter 46 Sekunden eigentlich keine Chance. Er stellt sich, zeigt erneut ein starkes Rennen, fängt auf der Zielgeraden noch einen Spanier ab. Erneut starke 46,36 Sekunden und damit: Siebtbester Europäer!

„Zu Jahresbeginn nach den deutschen Hallenmeistertitel haben wir vom Finale und gar einer Medaille geträumt. Nach der Verletzung war das eine Utopie. Nicht möglich. Nicht machbar. Kroll hat sich an einem unserer Leitsprüche orientiert. ‚Unmögliches möglich machen‘“, ist Trainer Anton Siemer die Begeisterung anzumerken. „Diese Medaille geht mindestens zur Hälfte an unser sportmedizinisches Netzwerk mit Olympiaarzt Dr. Casper Grim, Sportarzt Stefan Schilling, Training und Therapie Osnabrück mit Physiotherapeut Eddy Gerber sowie dem centrumed Athletik. Sie haben nach dieser Verletzung Spitzenarbeit geleistet.“

Endlich wieder eine Leichtathletik-Medaille für einen Osnabrücker!

Internationale Medaillen für Osnabrücker Leichtathleten sind eine Seltenheit. 1934 holte Hedwig Bauschulte (VfL Osnabrück) Gold (4×100 m) und Silber (Weitsprung) bei den Frauen-Weltspielen in London. Über 80 Jahre später, 2018, folgt Fabian Dammermann (LG Osnabrück) mit 4×400 m-Staffelbronze beim Weltcup in London. Ein Jahr später Gold (4 x 400 m) für Dammermann bei der U23-EM in Gävle/Schweden und 2023 bei der U20-WM in Jerusalem holte Kroll Silber. Nach Bronze in Bergen bleiben zwei Fragen: Wer ist der Nächste? Und kann Florian nach Silber und Bronze auch einmal nach Gold greifen?

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PM

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