Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner hat Überlegungen aus der Union zu einer abwechselnden Amtsführung in der Villa Reitzenstein deutlich zurückgewiesen. Sie betonte, es werde in Baden-Württemberg keinen „Teilzeit-Ministerpräsidenten“ geben und verwies auf die innerparteiliche Geschichte der Grünen. Zugleich bezeichnete sie die anstehenden Gespräche zur Regierungsbildung als Chance, gemeinsam zentrale Zukunftsfragen anzugehen.
Absage an Teilzeit-Modell für Ministerpräsidentenamt
Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner hat Vorstellungen aus der Union für eine abwechselnde Amtsführung in der Villa Reitzenstein eine Absage erteilt. "In Baden-Württemberg wird es keinen Teilzeit-Ministerpräsidenten geben", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe). Sie verwies dabei auf frühere innerparteiliche Diskussionen: "Wir haben bei uns Grünen die Rotation vor ungefähr vierzig Jahren abgeschafft. Außerdem dachte ich, die Union sei gegen Lifestyle-Teilzeit."
Regierungsbildung als Chance
Die bevorstehenden Gespräche über eine Regierungsbildung bezeichnete die Bundespolitikerin als Möglichkeit zur gemeinsamen Weichenstellung. "Natürlich wird es nicht einfach. Aber es kann doch auch eine Chance sein, jetzt gemeinsam die großen Fragen für das Land anzugehen", so die Grünen-Chefin in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Sie verband dies mit einem Vertrauensbeweis für den designierten Verhandlungsführer ihrer Partei: "Ich habe großes Vertrauen, dass Cem Özdemir das gelingen wird."
Debatte um Äußerungen von Manuel Hagel und Lehren aus dem Wahlkampf
Brantner wies den Vorwurf zurück, es habe eine "Kampagne" gegen den CDU-Kandidaten Manuel Hagel wegen dessen Äußerungen zu Schülerinnen gegeben. "Das war keine Kampagne. Es handelte sich um ein Fernsehinterview, das die Union offenbar übersehen hat. Nichts Privates", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Zugleich schilderte sie ihre Wahrnehmung der öffentlichen Reaktionen: "Ich bin lange in der Politik und meine Erfahrung ist: Immer, wenn Frauen über diese Themen sprechen, werden am Ende die Frauen dafür kritisiert."
Zudem habe Cem Özdemir nach Brantners Worten richtig gelegen, als er zur Einordnung der Debatte Stellung nahm. "Damit", so Brantner, "war die Sache für uns erledigt." Mit Blick auf die Aufarbeitung des Wahlkampfs in der Union ergänzte sie: "Wenn die Union 'als einziges Element ihrer Wahlkampf-Analyse dieses Video hat, dann wird sie auch in Zukunft zu keinen besseren Ergebnissen kommen"."
Zu den Lehren aus dem Grünen-Wahlkampf für weitere Landtagswahlkämpfe sagte Brantner, man könne nicht einfach Muster übertragen. "Wir wissen, das Land steht über der Partei. Das finden die Bürger in diesen Zeiten sehr wichtig. Eine Idee nicht danach zu beurteilen, woher sie kommt, sondern ob sie gut ist", so die Grünen-Chefin gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das Selbstverständnis ihrer Partei beschrieb sie mit einem Verweis auf einen bekannten Werbeslogan: "Unsere Aufgabe ist mit einem alten Werbespruch der Volksbank gut umschrieben: Wir machen den Weg frei. Damit zum Beispiel der Unternehmer seine Ideen einfacher und schneller umsetzen kann. Wir sind dafür da, dass die Menschen ihre Potentiale entfalten können."
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