Die Linken-Bundestagsfraktion steht unter Druck, wie sie mit den Vorwürfen gegen Ferat Koçak umgeht. Dietmar Bartsch schließt eine vorbehaltlose Unterstützung aus und betont, dass die Partei Antisemitismus nicht duldet. Zugleich räumt er Probleme in den eigenen Reihen ein.
Keine bedingungslose Solidarität mit Koçak
Dietmar Bartsch, Bundestagsabgeordneter der Linken, äußerte sich klar zum Umgang mit seinem Parteikollegen Ferat Koçak. "Ich finde richtig, dass es auf der einen Seite keine bedingungslose Solidarität gibt und auf der anderen Seite diese Frage offen ist. Wir werden mit ihm darüber zu reden haben", sagte er dem Fernsehsender "Welt".
Ob Koçak sein Mandat niederlegen müsse, wollte Bartsch nicht öffentlich bewerten. "Das ist in erster Linie eine Frage, die an die Fraktionsführung geht. Die Fraktionsführung muss dort entscheiden. Aber die Niederlegung des Mandates, das ist eine Entscheidung von ihm, wenn überhaupt".
Klares Nein zu Antisemitismus
Gleichzeitig positionierte sich Bartsch deutlich gegen Antisemitismus. "Antisemitismus darf weder in Berlin noch in der Linken noch irgendwo einen Platz haben, ohne Wenn und Aber", betonte er. Zugleich räumte er ein: "Ich bin doch nicht blind, ich sehe doch, dass wir dort Probleme haben und da wird entsprechend gehandelt werden".
Zu Äußerungen der Berliner Linken-Politikerin Vanessa Emde wollte Bartsch sich nicht abschließend äußern. Wahlkampf mit der Forderung „Freiheit für Palästina“ in Neukölln halte er jedoch für problematisch. „Aber das ist eine Frage, die in Berlin behandelt und entschieden werden muss“, sagte er dem Sender „Welt“.