Rettungskräfte suchen nach Verschütteten, Präsident mobilisiert alle Ressourcen.
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,4 hat am Montagmorgen den Westen Kolumbiens erschüttert. Nach offiziellen Angaben kamen dabei mindestens 111 Menschen ums Leben, wie die Tagesschau und der Tagesspiegel übereinstimmend berichten. Der erst seit wenigen Tagen amtierende Präsident Abelardo de la Espriella rief den Notstand aus und betonte, die Rettung von Verschütteten habe höchste Priorität. Die Regierung mobilisiere alle verfügbaren Ressourcen, so der Staatschef. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó in einer Tiefe von etwa 103 Kilometern, wie der kolumbianische Geologische Dienst mitteilte.
Erdbeben trifft Kolumbien mit schweren Folgen
Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Tiefe mit 107 Kilometern an und lokalisierte das Beben rund 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Bogotá. Zahlreiche Nachbeben folgten, darunter zwei mit Stärken von 2,8 und 4,8. Die Erschütterungen waren bis ins angrenzende Ecuador zu spüren. In mehreren Städten wie Cali, Pereira und Manizales stürzten Gebäude ein, darunter Wohnhäuser, Krankenhäuser und Schulen.
Chaos bei Opferzahlen nach Erdbeben in Kolumbien
Allein in Pereira starben laut Bürgermeister Mauricio Salazar rund 55 Menschen, 18 Gebäude stürzten dort ein. In Cali berichteten Rettungskräfte von Dutzenden eingestürzten Häusern, unter denen noch Menschen vermutet werden. Die Gouverneurin von Valle del Cauca, Dilian Franco, nannte mehr als 550 Verletzte in ihrer Region, während der Präsident zunächst von 87 Verletzten sprach. Die Diskrepanz bei den Opferzahlen zeigt, wie unübersichtlich die Lage noch ist. In Manizales stürzte ein Turm der neugotischen Kathedrale ein, und der Bürgermeister warnte vor weiteren Nachbeben.
Erdbeben legt Infrastruktur in Kolumbien lahm
Die Stromversorgung sowie Telefon- und Kommunikationsverbindungen sind in vielen Gebieten beeinträchtigt. Sechs Flughäfen, darunter in Pereira, Manizales und Quibdó, wurden wegen Schäden für den kommerziellen Flugverkehr geschlossen. Die USA kündigten Unterstützung in Höhe von 15,5 Millionen Dollar für Notunterkünfte und Hilfsmaßnahmen an. Auch El Salvador, Mexiko und Chile boten Kolumbien Hilfe an.